Heute: ManU mit dem Rücken zur Wand

7. Dezember 2005, 22:35
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Den Engländern garantiert nur ein Sieg in Lissabon gegen Benfica ein Weiterkommen - Bayern und Juve in Rapid-Gruppe im Fernduell um Gruppensieg

Wien - Am Mittwoch (20:45 Uhr/alle Spiele live auf Premiere Sport) wird ein Schlussstrich unter die Gruppenphase der Fußball-Champions-League gezogen. Während Manchester United bei Benfica Lissabon um das nackte Überleben in der Königsklasse kämpft, spielt Bayern München gegen Club Brügge im Fernduell mit Rapid-Gegner Juventus Turin um das bessere Torverhältnis und den damit verbundenen Sieg in Gruppe A.

Dank des 4:0-Heimerfolges gegen Österreichs Meister gehen die Bayern (9:3) mit einem Tor Vorsprung gegenüber den Italienern (9:4) in die prestigeträchtige Entscheidung. "Es wird für uns alles andere als ein lockeres Spiel", versprach Kapitän Oliver Kahn vor dem "Betriebsauflug" zum belgischen Meister, der als Gruppendritter feststeht und im UEFA-Cup weiterspielt.

Für das Klima in München wäre ein voller Erfolg allemal gut, war dieses doch zuletzt nicht nur durch das torlose Remis beim Stranzl-Klub VfB Stuttgart, sondern auch einer Vielzahl an Wechselgerüchten um Spielmacher Michael Ballack und den Franzosen Willy Sagnol getrübt worden. Beide haben ihre auslaufenden Verträge nicht verlängert. Neben dem gesperrten Sagnol muss Bayern-Trainer Magath auch den am Knie verletzten Abwerchef Lucio sowie Mehmet Scholl (Oberschenkelzerrung) vorgeben.

ManU und die Fügung

Ganz andere Sorgen hat Manchester United: Der englische Traditionsklub bangt vor dem Gastspiel bei Benfica Lissabon um den Achtelfinal-Einzug, den nur ein Sieg garantiert. Bei einer Niederlage wäre selbst der UEFA-Cup-Zug abgefahren. "Es ist eine Ironie des Schicksals, dass wir jetzt nach Lissabon reisen", sagte ManU-Coach Alex Ferguson weniger als zwei Wochen nach dem Tod von George Best.

Der ehemalige United-Superstar hatte bereits im Alter von 19 Jahren bei einem 5:1-Kantersieg im Meistercup-Viertelfinale 1966 mit zwei Toren gegen Benfica aufgezeigt, ehe er sich zwei Jahre später mit einem Solotor in der Verlängerung des Finales in London abermals gegen die Portugiesen (4:1 n.V.) unsterblich machte. "Wir werden so auftreten, dass auch er stolz wäre", versprach Ferguson vor dem Pflichtsieg. Im Parallelspiel reicht dem bisher ungeschlagenen Spitzenreiter Villarreal ein Punkt gegen Lille zum Aufstieg.

Bremen drückt für Barcelona

Während in Gruppe D alle vier Teams aus eigener Kraft ins Achtelfinale einziehen können, muss Werder Bremen auf einen Erfolg des fix qualifizierten Gruppensiegers FC Barcelona bei Udinese hoffen. Gleichzeitig soll Topscorer Miroslav Klose die Bremer bei seinem Comeback mit Gesichtsmaske nach einem Jochbeinbruch zu drei Punkten gegen Panathinaikos und damit zumindest in den UEFA-Cup schießen.

In Gruppe B spielen Sparta Prag und der FC Thun (der Österreicher Alen Orman meldete sich nach einer Muskelverletzung im Oberschenkel wieder fit) ebenfalls um ein Weiterleben im UEFA-Cup. Der Gruppensieg ist schon vor dem abschließenden Heimspiel gegen Ajax Amsterdam an Arsenal vergeben. Der englische Vizemeister und Cupsieger hat aber die Chance, als erstes Team seit dem FC Barcelona 2002 (damals noch in der ersten von zwei Gruppenphasen) eine Champions-League-Gruppe mit sechs Siegen und dem Punktemaximum von 18 Zählern zu beenden. (APA/Reuters/dpa)

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