Zerstörung des Amazonas-Regenwalds um 31 Prozent zurückgegangen

13. Dezember 2005, 11:14
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Nach Angaben der brasilianischen Regierung - Umweltschutz-Organisation sieht keinen Grund zum Feiern

Brasilia - Die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes ist nach Angaben der brasilianischen Regierung um 31 Prozent gebremst worden. Dies sei auf verschärfte Richtlinien zum Umweltschutz und eine strengere Strafverfolgung zurückzuführen, sagte Umweltministerin Marina Silva am Montag in Brasilia. Zwischen Juli 2004 und August 2005 seien 18.900 Quadratkilometer Regenwald abgeholzt worden im Vergleich zu 27.200 Quadratkilometern im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

"Die Bemühungen der Regierung zeigen Erfolge", sagte Silva vor Journalisten. Am deutlichsten sei die Zerstörung an der Schnellstraße BR-163 zwischen der zentralbrasilianischen Stadt Cuiaba und Santarem am Amazonas zurückgegangen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigte sich mit dem Ergebnis jedoch nicht zufrieden.

Greenpeace: "Kein Grund zum Feiern"

"Die Regierung feiert heute, aber wir sehen keinen Anlass für eine Party", sagte Paulo Adario, Greenpeace-Koordinator für die Amazonas-Region. "Denn 18.900 Quadratkilometer sind immer noch unglaublich viel und inakzeptabel." Die Fläche entspricht mehr als der Hälfte der Größe Belgiens.

Der brasilianische Regenwald ist der größte der Welt und bedeckt 60 Prozent der Fläche des südamerikanischen Landes. Er ist so groß wie Westeuropa. Nach Schätzung von Experten wurden durch Abholzung, Bebauung und Landwirtschaft bereits bis zu 20 Prozent seiner 4,1 Millionen Quadratkilometer großen Fläche zerstört. (APA/AP)

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    Grenze zwischen Urwald und Landwirtschafts-Flächen nahe der brasilianischen Stadt Claudia im Bundesstaat Mato Grosso.

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