Deutsche ITK-Branche optimistisch für 2006

6. Dezember 2005, 13:54
posten

Wachstumstreiber Softwareanbieter und IT-Dienstleister

Die deutsche ITK-Branche blickt mit einiger Zuversicht in das kommende Jahr und erwartet einen weiteren Aufschwung. Geht es nach dem Branchenbarometer des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) rechnen 70 Prozent der Unternehmen für 2006 mit steigenden Umsätzen. Nur 14 Prozent gehen von einem Rückgang ihrer Umsätze aus. "Die ITK-Branche geht mit Schwung ins neue Jahr", freute sich BITKOM-Präsident Willi Berchtold (Bild). Der Verband bestätigte seine Wachstumsprognose für das kommende Jahr und stellt weiterhin ein Plus von 2,4 Prozent auf 137,3 Mrd. Euro in Aussicht.

Fazit

Für das zu Ende gehende Geschäftsjahr 2005 zog Berchtold ebenfalls ein positives Fazit. "Die hohen Erwartungen vom Jahresanfang haben sich weit gehend erfüllt", so der BITKOM-Präsident. Für das laufende Jahr hält der Verband ebenfalls an seiner Prognose - plus 2,6 Prozent auf 134,1 Mrd. Euro - fest. Als Wachstumstreiber erwiesen sich vor allem Softwareanbieter und IT-Dienstleister. Der Aufwind der Branche schlage sich auch positiv auf die Beschäftigtenzahlen nieder. "Vor allem mittelständische Softwarehäuser und IT-Dienstleister stellen ein", erklärte Berchtold. Insgesamt soll die Zahl der Beschäftigten in der deutschen ITK-Branche laut aktueller BITKOM-Schätzung 2005 um 4.000 auf 749.000 steigen.

Prognosen

Im Juni hatte der Branchenverband dagegen noch 10.000 zusätzliche Stellen prognostiziert. Man habe nicht damit gerechnet, dass einige Großunternehmen weiter restrukturieren, erklärte BITKOM-Sprecher Maurice Shahd im Gespräch mit pressetext. Für das kommende Jahr wollte der Branchenverband hinsichtlich der Beschäftigungszahlen keine Prognosen abgeben. Zu hoffen sei, dass der Mittelstand die Restrukturierungsmaßnahmen der großen Konzerne ausgleichen könne, so Shahd.

Hemmnisse

Trotz des Regierungswechsels sehen die ITK-Firmen auch im sechsten Quartal in Folge die politischen Rahmenbedingungen als größtes Hemmnis für den geschäftlichen Erfolg. Dabei kann der Branchenverband den Bemühungen der neuen Regierung durchaus positive Seiten abgewinnen. Die Pläne in der Forschungspolitik oder zur Verbesserung der Finanzierungsbedingungen trügen etwa dazu bei, innovative ITK-Unternehmen zu stärken, hieß es beim BITKOM. "Die Branche ist froh, dass die Regierung steht und ihre Arbeit aufgenommen hat", so Shahd. Nun müssten die Vorhaben im Koalitionsvertrag in die Tat umgesetzt werden. Allerdings sei noch Handlungsbedarf bei der Flexibilisierung des Arbeitsrechts und der Reform des Steuerrechts vorhanden, kritisierte der Verband. (pte)

Share if you care.