Salinen Austria scheitern bei Italkali-Übernahme

21. Dezember 2005, 14:05
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Privatisierung wegen rechtlicher Schwierigkeiten nicht durchgeführt abgesagt - "Umsatzrekord", aber Rückgang beim EGT - Investitionen von 95 Millionen Euro

Linz - Die zur Androsch-Gruppe gehörende Salinen Austria AG konnte trotz intensiver Bemühungen nicht die Mehrheit an der sizilianischen Italkali erwerben. Die Privatisierung des italienischen Salzmarkt-Führers sei auf Grund rechtlicher Schwierigkeiten nicht durchgeführt worden, berichtete Salinen-Generaldirektor Thomas Jozseffi in der Bilanzpressekonferenz Montagabend in Linz.

Die Salinen seien mit ihrem Angebotspreis zwar als Best- und Höchstbieter aus einer ersten Prozedur hervorgegangen, aber im Moment sei eine Privatisierung nicht möglich, erklärte Jozseffi. Man werde sich aber an einer Neuausschreibung wieder beteiligen, diese werde jedoch wahrscheinlich nicht vor den nächsten italienischen Parlamentswahlen im April stattfinden.

Jozseffi zeigt aber großes Interesse an der für das Frühjahr 2006 geplanten Privatisierung der rumänischen Salrom. Erklärtes Ziel sei eine Expansion und der Gewinn von Marktanteilen im südosteuropäischen Raum wie Ungarn, Rumänien oder der Slowakei.

"Erfolgreicher Abschluss"

Finanzvorstand Stefan Maix sprach von einem erfolgreichen Abschluss des Wirtschaftsjahres 2004/05. "Das Jahr war maßgeblich durch den hohen Bedarf an Auftausalz während der Wintermonate geprägt, der mit Zukäufen aus dem benachbarten Ausland gedeckt werden musste", erklärte er.

Der Eigenproduktion von 752.000 Tonnen stand eine Absatzmenge von über 871.000 Tonnen gegenüber, was den Salinen einen "Umsatzrekord" von 72,3 (2003/04: 65,9) Mio. Euro bescherte.

Beim Ergebnis gewöhnlicher Geschäftstätigkeit (EGT) musste man aber auf Grund der Zukäufe von Salz aus dem Ausland sowie hoher Energie- und Transportkosten eine Einbuße von vier Prozent von 5,9 Mio. auf 5,7 Mio. Euro hinnehmen, so der Finanzvorstand. Das Unternehmen beschäftigte im Jahresschnitt 341 (2003/04: 332) Mitarbeiter.

Investitionen

"Die derzeitigen Produktionskapazitäten der Salinen Austria sind beschränkt und bedürfen einer dringenden Erweiterung", erklärte Jozseffi. In den kommenden sechs Jahren plant das Unternehmen an den Standorten im Salzkammergut Investitionen mit einem Gesamtvolumen von rund 95 Mio. Euro.

Der Schwerpunkt liege dabei in der Saline Ebensee, die mit einem vierten Verdampfer die Produktionskapazität bis zum Jahr 2009 schrittweise auf 1,13 Mio. Tonnen erhöhen soll.

Eine weitere Salzlagerhalle und die Fertigstellung einer Anlage, die eine umweltschonende weitere Aufbereitung der so genannten Mutterlauge ermöglichen soll, werden ebenfalls am Standort Ebensee realisiert. Für das Jahr 2005/06 erwarten sich die Salinen Austria eine Absatzmenge von rund 817.000 Tonnen. (APA)

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    Salinen-Eigentümer Hannes Androsch

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