Caritas für Weiterentwicklung des Kombilohn-Modells

23. Dezember 2005, 10:04
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Präsident Küberl fördert aber auch Nachbesserungen: "Modell greift nicht bei allen"

Wien - Caritas-Präsident Franz Küberl hat in einem Brief an Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP) die Einführung des "Kombilohn-Modell" begrüßt, gleichzeitig aber auch Nachbesserungen gefordert. Konkret sprach sich Küberl laut "Kathpress" für neue Lösungsansätze für Langzeitarbeitslose aus.

Das in der Experimentierphase befindliche "Kombilohn-Modell" sehe für Arbeitnehmer wie auch Arbeitgeber Anreize vor, um Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Es greife aber nicht bei allen, da die Zielgruppe "nicht einheitlich" sei, so Küberl.

Das Modell der subventionierten Jobs sei für manche Langzeitarbeitslose ein guter Anreiz. "Andere wiederum schafften die Aufnahme einer regelmäßigen Arbeit nicht sofort. Und der große Enthusiasmus bei Beginn der neuen Beschäftigung halte manchmal dem Alltag nicht stand", betonte Küberl.

Begleitende Maßnahmen notwendig

Zudem stünden oft finanzielle, soziale oder gesundheitliche Defizite im Vordergrund. Für diese Personen seien neben dem Kombilohn noch flankierende begleitende Maßnahmen notwendig, so Küberl.

Der Caritas-Präsident bezeichnet es als "problematisch", dass für die Erprobung des Kombilohns nur ein Jahr vorgesehen ist. Dieser Zeitraum sei für die Reintegration vieler Personen mit mehrfachen Vermittlungshindernissen "einfach zu kurz".

"Equal"-Projekt

Die Caritas verwies in diesem Zusammenhang auf das von ihr initiierte "Equal"-Projekt, mit dem arbeitslose Menschen am Rande der Gesellschaft mittels geeigneter Beschäftigungs- und Beratungsangebote wieder näher an den Arbeitsmarkt herangeführt werden.

Die praktische Erfahrung mit diesem Projekt zeige, dass die allgemeine Arbeitsmarktpolitik an Grenzen stoße, wenn es um die Integration von Personen mit vielfältigen Arbeitsmarktproblemen geht, plädiert Küberl für weitere Maßnahmen auf diesem Gebiet. (APA)

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    foto: der standard/matthias cremer
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