Kalender mit gut aussehenden Priestern boomen in Rom

14. Dezember 2005, 22:27
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Junge Pfarrer vor Kirchen in der "Ewigen Stadt" abgebildet - Der Inhalt des Kalenders ist seriös, niemand wird nackt gezeigt"

In Italien sind Kalender in der Adventszeit besonders populär. Wer vor Weihnachten an einen Zeitungsstand tritt, kommt an nackten Mädchen nicht vorbei. Seit Wochen werfen die großen Verlage ihre Sex-Kalender auf den Markt - die bevorzugten Modelle sind TV-Sternchen, die schon bei Fernsehshows oder am Rande von Sportsendungen allerliebst aufgefallen sind. Neben Pin Ups boomt jedoch ein Kalender mit Bildern junger Priester. Der venezianische Fotograf Piero Pazzi hat einen Kalender für das Jahr 2006 auf den Markt gebracht, in dem jeden Monat ein gut aussehender Seminarist oder Pfarrer vor bekannten Kirchen und Monumenten in Rom abgebildet ist.

"Niemand wird nackt gezeigt"

Der Kalender, der dieser Tage verkauft wird, kostet zehn Euro und enthält auch historische und praktische Informationen über den Vatikan und seine Museen in vier Sprachen. Die prägnanten Schwarz-Weiß-Fotos der jungen Priester sind das Resultat einer mehrmonatigen Arbeit des Fotografen Pazzi: "Ich habe die Priester meist auf der Straße getroffen und sie gebeten, sie fotografieren zu dürfen. Fast niemand hat sich geweigert. Der Inhalt des Kalenders ist seriös, niemand wird nackt gezeigt, es gibt keinerlei Skandal", betonte Pazzi.

"Warum ich junge Priester gewählt habe? Niemand hätte dem Bild eines alten Pfarrers Interesse geschenkt", sagte der Fotograf. Pazzi ist wegen seiner Arbeit bereits international bekannt. In den vergangenen Jahren hatte er einen Kalender der Gondolieri in Venedig und der Stierkämpfer in Spanien veröffentlicht. Der Kalender ist vor allem von Frauen gefragt. Einige Käuferinnen zweifeln jedoch, dass die gut aussehenden abgebildeten Männer wirklich Priester sind und vermuten, dass der Fotograf Mannequins abgebildet haben. "Wenn alle Priester so gut aussehen würden, wären die Kirchen voll", kommentierte eine 20-Jährige.

Riesengewinne mit Kalendern

Die gut aussehenden Priester konkurrieren mit den Kalenderblättern der Frauenzeitschriften, die die entblößten und gestählten Körper männlicher italienischer Spitzensportler zeigen. Die Kalender von Fußballstar Andrej Schewtschenko oder Formel-1-Rennfahrer Giancarlo Fisichella sind besonders gefragt.

Das Geschäft mit den Kalendern beschert den Verlagsgruppen Riesengewinne. Kalender mit Models und TV-Sternchen sind hoch im Kurs und werden in der Weihnachtszeit millionenfach verkauft. Abgebildet sind Brünetten und Blondinen mit glühenden Augen in karstiger sizilianischer Landschaft in Pose oder auf steilen Treppen in alten Landhäusern.

"Die Klientel sind Männer zwischen 18 und 30 Jahren", beobachtet der Verkäufer an einem Kiosk unweit der Spanischen Treppe in Rom. Die jungen Männer schenken sich die heißen Kalender gegenseitig zum Fest. Kostenpunkt: zwischen sechs und zehn Euro. Während die Verlage ihre Kalender lancieren, heizen Zeitungen und Zeitschriften den Markt gründlich vor. Ausführlich werden die Kalender besprochen und Blatt für Blatt enthüllt. (APA)

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