Frischetest: Christbaum vor dem Kauf schütteln

25. Dezember 2005, 16:52
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Misstrauische können auch an der Rinde kratzen: Darunter sollte das Holz schön feucht sein

Es kommt nicht nur auf Äußerlichkeiten an, auch die inneren Werte müssen stimmen. Daher sollte man die Ausgewählte kräftig schütteln. Wenn die Nadeln der Nordmannstanne halten, dann stehen die Chancen gut, dass man am Heiligen Abend nicht nur mit dürren Ästen dasteht. Aber dies ist nicht der einzige Frischetest, den man an einem Christbaum durchführen kann.

Ein Weihnachtsbaum ist nicht unbedingt ein billiges Vergnügen: Die beliebte Nordmannstanne kostet pro Laufmeter zwischen zehn und 30 Euro, eine Blaufichte sieben bis 14, während eine "normale" Fichte mit vier bis acht Euro noch das kleinste Loch ins Haushaltsbudget reißt. Da sollte man schon sicher gehen, nicht ein altes, vertrocknetes Exemplar zu ergattern.

Karl Schuster, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der NÖ Christbaumproduzenten, empfiehlt neben dem Schütteltest, von innen nach außen über die Nadeln zu streichen. Diese sollten sich dabei nicht vom Ast verabschieden. Ganz misstrauische Menschen können auch ein Stück Rinde abkratzen. Darunter sollte das Holz schön feucht sein.

Frischer Gesamteindruck

Entscheidend ist laut Schuster der "frische Gesamteindruck". Und besser ist es, wenn man den weihnachtlichen Zimmerschmuck nicht besichtigt, wenn er gerade erst aus dem Netz befreit wurde. "Er braucht seine Zeit, um richtiggehend 'aufzublühen'."

Bei der Schlägerungszeit schwören einige Christbaumbauern auf die Mondphase: Drei Tage vor dem elften Vollmond soll es so weit sein. Heuer wäre das schon Mitte November gewesen. "Die Bäume halten sehr gut - aber wissenschaftlich belegt ist das nicht", so der Fachmann. Einsichtiger ist das Argument, dass heimische Ware frischer ist als die rund 350.000 Bäume aus dem Ausland. Die größeren Ketten benötigen eben mehr Zeit für die entsprechende Logistik.

Kühl und dunkel lagern

Zwischen Kauf und Aufstellen sollte man seine Neuerwerbung am besten kühl und dunkel lagern. Zug würde den Baum austrocknen. Optimal wäre es, den Stamm unten anzuschneiden und ins Wasser zu stellen. Aber es reicht auch, die Äste zu besprühen. Dies sollte man auch in der Wohnung machen, wo der Aufstellungsort nicht überheizt sein darf.

Während in Niederösterreich der Verkauf schon am ersten Dezember-Wochenende startet, ist es in Wien erst am 15. Dezember so weit. Den Christbaumbauern ist dies egal, es werden deswegen nicht weniger an den Mann gebracht. Überhaupt ist der Markt seit Jahren stabil. Was in Single-Haushalten oder bei Zuwanderern ausfällt, das machen jene wett, die ihre Gärten beleuchten und weihnachtlich schmücken.

64 Prozent der 3,34 Mio. Haushalte haben sich 2003 einen Christbaum gegönnt. Dazu kommen noch Büros, Spitäler, Heime etc. Am beliebtesten war laut einer 2001 durchgeführten Befragung die Nordmannstanne mit rund 49 Prozent. Mittlerweile dürfte diese Art nach der Einschätzung Schusters weiter an Boden gewonnen haben. 23 Prozent entschieden sich für heimische Tannen und Fichten, ein Zehntel für eine Blaufichte, 16 Prozent für die beliebte Sorte "sonstige" und zwei Prozent der Befragten wussten schlicht und ergreifend nicht, worauf sie die Christbaumkugeln gehängt hatten. (APA)

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