Einstieg von Aldi setzt Handy-Preise unter Druck

13. Dezember 2005, 10:20
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Auch andere Diskonter denken über Einstieg nach - Lidl prüft

Die deutschen Lebensmitteldiscounter verschärfen mit Billigangeboten den Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt. Nachdem Aldi am Wochenende angekündigt hatte, schon an diesem Donnerstag in 4.000 Läden seinen Kunden ein entsprechendes Angebot zu machen, steht auch der Erzrivale Lidl vor einem Markteinstieg. Das Unternehmen führe Sondierungsgespräche, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, teilte eine Firmensprecherin mit.

Tarife unter Druck setzen

Nach Einschätzung von Experten wird das Aldi-Angebot die Tarife weiter unter Druck setzen. "Waren 19 Cent pro Minute noch Mitte des Jahres der Preisbrecher, so sind wir sechs Monate später schon bei 15 Cent angelangt. Ich erwarte, dass wir in 2006 Preise bei 10 Cent sehen werden", sagte Martin Gutberlet von der Marktforschungsgesellschaft Gartner.

Pre-Paid-Angebote

Aldi will ein so genanntes Pre-Paid-Angebot (vorausbezahlte SIM-Karte) in sein Programm aufnehmen. Der Minutenpreis liegt bei 15 Cent in alle Netze, Gespräche mit anderen Aldi-Mobilfunkkunden kosten 5 Cent pro Minute. Hiermit unterbietet Aldi die Preise der Konkurrenten (simyo, simply, easyMobil, klarmobil.de, debitel-light, blau.de) zum Teil massiv. Der Discounter kooperiert im Rahmen seines Angebots mit E-Plus als Netzbetreiber und mit Medion als Service-Partner.

Handy-Geschäft

Neben Lidl sollen nach Angaben aus Branchenkreisen auch Discounter wie Plus in Kürze ebenfalls in das Handy-Geschäft einsteigen. Allerdings sei fraglich, ob der Preis von Aldi unterboten werden kann. Mit 15 Cent pro Minute verbleibe Aldi nur eine geringe Marge. Laut Marktforscher Gutberlet rechnet sich das Geschäft für das Essener Unternehmen: "Der Discounter Aldi weiß, wie mit geringen Margen und hohem Volumen im Handel verdient wird".

Den Kreisen zufolge will Aldi mindestens 750.000 Mobilfunkverträge abschließen. Der Einzelhändler habe sich gegenüber E-Plus zu der Abnahme in dieser Höhe verpflichtet, um einen Minutenpreis von 15 Cent zu erhalten. Eine E-Plus-Sprecherin wollte sich nicht zu dem vertraglich fixierten Absatzziel äußern.(apa)

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    Nach Einschätzung von Experten wird das Aldi-Angebot die Tarife weiter unter Druck setzen.

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