Jazzgitarrist Harry Pepl ist tot

5. Dezember 2005, 18:01
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Österreicher spielte mit vielen internationalen Größen und galt als musikalischer Grenzgänger

Wien/Graz - Der österreichische Jazzmusiker Harry Pepl ist heute, Montag, Früh in einem Spital in Wiener Neustadt gestorben. Das gab ein enger Freund Pepls am späten Nachmittag gegenüber der APA bekannt. Pepl wurde 60 Jahre alt. Er war ein weit über Österreich hinaus bekannter Gitarrist und arbeitete mit großen internationalen Musikern wie dem Benny Goodman Quintet, Dave Holland, Dino Saluzzi, Michel Portal und vielen anderen.

Pepl wurde am 10. September 1945 in Wien geboren. Er absolvierte ein Gitarrenstudium an der Musikhochschule Wien, war seit 1977 Lehrbeauftragter für Gitarre/Jazz sowie 1984 bis 1995 ordentlicher Professor für Gitarre/Jazz an der Musikhochschule Graz. Deren Rektor, Otto Kolleritsch, bezeichnete Pepl gegenüber der APA in einer ersten Reaktion als "begnadeten Gitarristen" und "Ausnahmeerscheinung.

Musikalischer Grenzgänger

Pepl galt als musikalischer Grenzgänger, dessen Musik durch Vitalität, Dichte und Emotionalität bestach. Auf der Suche, die Möglichkeiten seines Instruments zu erweitern, beschäftigte er sich auch intensiv mit technischen Innovationen. Daraus entwickelte er Methoden wie "instant composing" bzw. "real-time-composing".

Als Gitarrist arbeitete Pepl in zahlreichen Jazz-Formationen, darunter dem "Pirchner-Pepl-JazzZwio". Für zahlreiche Ensemble schuf er auch Auftragskompositionen. "In dem Augenblick, in dem ich inspiriert musiziere oder komponiere - was für mich dasselbe ist -, glaube ich an das Absolute: an die Wahrheit, in der alle Gegensätze zusammenfallen", schrieb Pepl 1996. (APA)

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