Journalistenföderation kritisiert "zynische US-Kampagne der Doppelmoral"

6. Dezember 2005, 20:11
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Armee bietet irakischen Zeitungen Geld für USA-freundliche Artikel

Brüssel/Wien - Die Internationale Journalistenföderation (IFJ) hat den USA am Montag in einer Aussendung vorgeworfen, im Irak eine "zynische Kampagne der Doppelmoral" zu betreiben. Medienberichten zufolge bezahle die US-Armee geheim irakische Zeitungen, damit diese Artikel von amerikanischen Soldaten, die sich als Journalisten ausgäben, publizierten. Die Artikel würden demnach als ausgewogene Berichte unabhängiger Journalisten präsentiert, stellten jedoch Geschehnisse einseitig dar und verzichteten auf alle Informationen, die ein schlechtes Licht auf die irakischen oder die US-Behörden werfen würden.

Bei ihrem Treffen am vergangenen Wochenende im australischen Sydney verurteilte das IFJ-Führungsgremium laut der Aussendung das kolportierte Vorgehen und warnte, dass es die Verpflichtung der US-Führung zur freien Meinungsäußerung "zur Farce machen" würde. Zudem würden Bemühungen um einen unabhängigen und professionellen irakischen Journalismus beeinträchtigt.

IFJ-Generalsekretär Aidan White erklärte laut der Pressemitteilung, seine Organisation und andere Gruppen hätten, teilweise mit Mitteln aus den USA unterstützt, Projekte und Aktivitäten zur Förderung der redaktionellen Unabhängigkeit und des Rechts auf freie Meinungsäußerung organisiert. "Die ganze Arbeit, die im Irak und in der Region zur Unterstützung der Pressefreiheit geleistet wird, ist durch diese Medienmanipulation gefährdet", meinte White. "Sie sollte unverzüglich gestoppt werden." (APA)

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