Tirol: Lehrer wegen Sex mit Stieftöchtern vor Gericht

6. Dezember 2005, 13:24
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52-Jähriger bestritt Vorwürfe und sprach von "Intrige"

Innsbruck - Weil er seine beiden Stieftöchter über drei Jahre lang sexuell schwer missbraucht haben soll, ist ein Tiroler Berufsschullehrer am Montag vor dem Innsbrucker Landesgericht gestanden. Der mittlerweile vom Dienst suspendierte 52-Jährige bestritt die Vorwürfe und sprach von einer "Intrige". Die Verhandlung wurde für weitere Zeugenbefragungen vertagt.

Der Unterländer soll die Übergriffe laut Anklage zwischen Juli 2001 und Herbst 2004 begangen haben. Zu Beginn waren die Mädchen acht und 13 Jahre alt. Der bisher unbescholtene Lehrer soll die Kinder mehrfach im Intimbereich gestreichelt bzw. berührt haben. Außerdem wurde in seiner Wohnung ein Pornovideo mit Minderjährigen sichergestellt.

Nicht schuldig bekannt

Vor dem Schöffensenat unter der vorsitzenden Richterin Ingrid Brandstätter bekannte sich der geschiedene Lehrer - er ist Vater eines Sohnes - nicht schuldig. Die Vorfälle hätten zwar zum Teil stattgefunden. Die Berührungen seien jedoch unabsichtlich oder beim "Kuscheln" erfolgt. Die Kinder seien freiwillig zu ihm ins Bett gekommen. Das Fesseln am Reck sei nur "Spaß" gewesen. Sexuelle Handlungen habe es keine gegeben, versicherte er.

Eine weitere der insgesamt vier Töchter seiner Lebensgefährtin - gegen die angeblich stets aggressive 21-Jährige läuft ein Strafverfahren, weil sie ihrer Mutter zwei Mal mit Mord gedroht haben soll - habe einen "Rachefeldzug" gegen ihn und ihre Mutter gestartet. Die aus der Steiermark stammende 46-jährige Lebensgefährtin des Angeklagten erklärte sich die Beschuldigungen so: "Es muss ein Bauernopfer gefunden werden, weil der leibliche Vater nicht greifbar ist". Ihre Kinder - mit denen sie immer Probleme gehabt hätte - hätten sich abgesprochen. Die älteste Tochter, die auch als Zeugin aussagte, hatte kürzlich die Obsorge über die beiden minderjährigen Schwestern übernommen. (APA)

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