Tierpark Herberstein: Land unternimmt Rettungsaktion

7. Dezember 2005, 09:20
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LH Voves kündigt Überbrückungshilfe an - VP-Schützenhöfer: "SPÖ von eigenem Wahlkampf eingeholt"

Graz - Das Land Steiermark startet eine Rettungsaktion für den Tierpark Herberstein. Wie Landeshauptmann Franz Voves (S) am Montag nach der Sitzung der Landesregierung sagte, werde man "alles tun", um Zeit zu gewinnen und eine Überbrückungshilfe bis zur Klärung der künftigen Betreiberlösung bis Sommer 2006 zur Verfügung zu stellen. VP-LHstv. Hermann Schützenhöfer sprach von einer "Feuerwehraktion" und davon, dass die SPÖ vom eigenen Wahlkampf eingeholt worden sei.

Voves bezeichnete es als "Bauchentscheidung von hoher Sensibilität", Verhandlungen mit dem persönlich haftenden Gesellschafter der Herberstein OHG, Max Herberstein, aufzunehmen, um ein Wiederaufsperren des über den Winter geschlossenen oststeirischen Tierparks zu gewährleisten. Der Landeshauptmann betonte, dass der SPÖ der Tierpark sehr wohl auch im Wahlkampf "am Herzen gelegen" sei, man allerdings immer für eine säuberliche Trennung von Privateigentum und Tierpark eingetreten sei. Die Überbrückungshilfe, über die der Tourismusreferent Schützenhöfer zu verhandeln gebeten habe, würden - ebenso wie alte Rückforderungen - in eine künftige Lösung, die bis zum Sommer vorliegen soll, eingerechnet werden.

Schützenhöfer nannte 0,6 Mio. Euro als Überbrückungshilfe - 450.000 Euro für den Abgang, 150.000 Euro für Investitionen - und verwies darauf, dass das optimierte ÖVP-Modell vom Mai 2005 billiger gewesen wäre, zumal ein Sponsor die Pacht übernommen hätte und das Land mit einem Zuschuss von 250.000 bis 300.000 Euro im Jahr ausgestiegen wäre. "Das ist ein Waterloo der SPÖ", reagierte Schützenhöfer auf die aktuelle Initiative und unterstrich, dass die SPÖ, die einen wesentlichen Teil des Wahlkampfes mit dem Thema bestritten habe, "im Liegen umgefallen ist". Dennoch wolle man keine Bestemmhaltung einnehmen und werde sich um die Rettung des "touristischen Flaggschiffes der Oststeiermark" bemühen. Derzeit sei ein Betriebsprüfer unterwegs, um die Voraussetzungen für eine Hilfsmaßnahme abzuklären.

Man werde in den "sauren Apfel beißen", resümierte Schützenhöfer: "Die Einsicht der SPÖ kommt sehr, sehr spät und sie kommt uns teurer, als in unserem, von ihr schlecht gemachten Pachtmodell vorgesehen". (APA)

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