UNO-Kosovo-Verwalter verschärft Sicherheitsvorkehrungen

6. Dezember 2005, 16:10
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UNMIK-Polizei errichtet Kontrollpunkte an Verkehrswegen - Kosumi verurteilte Überfall auf Reisebus

Belgrad/Pristina - Der Leiter der UNO-Übergangsverwaltung im Kosovo (UNMIK), Sören Jessen-Petersen, hat erhöhte Sicherheitsmaßnahmen in der Provinz angeordnet, um eine größere Sicherheit für die gesamte Bevölkerung im Laufe der Verhandlungen über den künftigen Status des Kosovo zu gewährleisten, meldeten Belgrader Medien. Einzelpersonen oder Gruppen dürften im Laufe des Verhandlungsprozesses versuchen, die Situation in der Provinz zu destabilisieren, heißt es in einer Aussendung des UNMIK-Chefs.

Der Befehlshaber der UNMIK-Polizei, Kai Vittrup, ordnete indes die Errichtung von Kontrollpunkten an Verkehrswegen an. Wie in Pristina weiter mitgeteilt wurde, soll die Polizei an potenziell empfindlichen Stellen, wie es beispielsweise Schulen und Kirchen sind, Stellung beziehen.

In der Nacht auf Sonntag war ein Reisebus unweit von Prizren überfallen worden. Unbekannte hatten zwei Granaten aus Panzerfäusten auf einen Reisebus abgefeuert, der regelmäßig auf der Strecke Dragas-Belgrad verkehrt. Der Ministerpräsident des Kosovo, Bajram Kosumi, verurteilte diesen Anschlag am Montag. "Diese Situation erfordert eine Festigung der Sicherheitsmaßnahmen im Kosovo gerade jetzt, wo unser Land eine der wichtigsten Phasen bei der Festlegung der Zukunft seiner Bürger durchmacht", teilte Kosumi mit.

Unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen sollen sich die Kosovo-Albaner und Belgrad auf den künftigen völkerrechtlichen Status der seit 1999 unter internationaler Verwaltung stehenden Provinz verständigen. Serbien lehnt eine Unabhängigkeit des Kosovo strikt ab, nach der die albanische Mehrheitsbevölkerung der Provinz seit Jahren strebt. (APA)

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