Handy & Co auf dem Prüfstand

12. Dezember 2005, 13:09
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Seibersdorf Research misst elektromagnetische Felder

Elektrosmog ist eine Art von Umweltverschmutzung, die man nicht sehen kann, die aber gesundheitliche Schäden verursacht. Sowohl das Hormonsystem als auch das Nervensystem und das Sehvermögen können beeinflusst werden. Logisch, dass das öffentliche Interesse geweckt ist, Nutzer von elektrischen und elektronischen Geräten hochsensibilisiert sind - obwohl es zu ihrem Schutz Richtlinien gibt, sowohl von der EU als auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Noch nicht vollständig erforscht ist, ob elektromagnetische Felder, deren Werte diese Richtlinien unterschreiten, biologische Effekte verursachen.

Gemessen werden elektromagnetische Strahlungen in Österreich in den Austrian Research Centers Seibersdorf, im Geschäftsbereich Informationstechnologie. Dorthin können sich beispielsweise Handyhersteller wenden, die genaue Daten über die Strahlungen ihrer Geräte benötigen. Aber auch alle anderen elektrischen und elektronischen Geräte stehen auf dem Prüfstand. Dabei wird unter anderem untersucht, ob das menschliche Gewebe durch die elektromagnetischen Felder der Geräte erhitzt wird.

Netzwerk aufgebaut

In den Austrian Research Centers Seibersdorf, wo es gelungen ist, ein weltweites Netzwerk von Vertriebs- und Kooperationspartnern auf dem Gebiet der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) aufzubauen, werden auch Arbeitsplätze beurteilt. Und zwar jene, deren elektromagnetische Belastung für den Arbeitnehmer relevant sein könnte. Ob die Auftraggeber Konsequenzen aus den Gutachten ziehen, liegt freilich in ihrer eigenen Verantwortung.

Neben der Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit untersuchen die Wissenschafter auch Störfaktoren, die auf die Funktion anderer Geräte Einfluss nehmen könnten. Ein Projekt beschäftigt sich mit der Vermeidung des typischen Knarrens im Autoradio, bevor in unmittelbarer Nähe ein Handy läutet. Derartige Störungen können Unternehmen auch finanziellen Schaden zufügen, wie die Seibersdorf-Forscher meinen. Denn Computerabstürze seien gar keine so seltene Folge davon. (kasa/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5. 12. 2005)

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