"Social-Bombing": Schlechter Werbegag einer Internet-Agentur

27. Dezember 2005, 13:34
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Die Initiatoren der wohltätigen Organisation Off Road Kids haben nichts mit der Google Manipulation zu tun

Das so genannte "Social Bombing" (Der WebStandard berichtete), die Manipulation der Suchmaschine Google für wohltätige Zwecke, hat sich als Werbegag einer Internet-Agentur aus Hannover erwiesen.

"Google Bombing" beruht darauf, dass etliche Webseiten einen Link mit einem ganz bestimmten Text auf eine gemeinsame Zielseite setzen und so das Google-Ranking beeinflussen.

"Geschenke"

Wer derzeit in der Suchmaschine Google den Begriff "Geschenke" eingibt, findet in den Top 3 das Straßenkinder-Projekt offroadkids.de. Das allerdings ist keineswegs der Wunsch der Initiatoren von Off Road Kids. "Mich wurmt es auch, wenn ich im Web etwas suche und die Suchmaschinen wegen solcher Manipulationen unübersichtliche Ergebnisse auflisten", ärgert sich Off Road Kids-Vorstand Markus Seidel in einer Presseaussendung.

Das so genannte "Social Bombing" wurde von einer Hannoveraner Internet-Marketingunternehmen ins Leben gerufen, ohne Off Road Kids davon zu informieren.

Unredlich

"Ich habe zwar einige Zeit gebraucht, bis ich verstanden habe, was da vorgeht, und halte das Vorgehen dieser Agentur für unredlich. Meiner Aufforderung, seine unabgesprochene "Benefizaktion" zu beenden, hat der Agenturinhaber entsprochen und sich öffentlich für seine missglückte Aktion entschuldigt," so Seidel. Ihm zu folge sei es sehr bedauerlich, dass es einem Internet-Unternehmen gelungen sei, den guten Willen zahlreicher privater Webprogrammierer für seine eigenen Werbeinteressen zu nutzen. Der "Suchmaschinen-Optimierer" habe zudem in einer von Off Road Kids nicht autorisierten Pressemeldung mit seinen Diensten geworben.(red)

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