Neuer Zwist um Technik-Auslagerung

14. Dezember 2005, 14:52
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Geschäftsführung: Auslagerung ist nicht Zerschlagung - Betriebsrat kritisiert und trommelt Mitarbeiter zu Betriebsversammlung zusammen

Wien - Zwischen Management und Betriebsrat der Austrian Airlines (AUA) schwelt wieder ein Streit. Diesmal geht es um die Auslagerung der Technik und Wartung in eine eigene Gesellschaft. Der Betriebsrat spricht von "Zerschlagung", die AUA-Führung dementiert.

Betriebsversammlung am Mittwoch

Für kommenden Mittwoch (7. Dezember) hat der Betriebsrat des kaufmännisch-technischen Personals der AUA eine Betriebsversammlung anberaumt, eine "Informationsveranstaltung" über die bevorstehende Auslagerung. Diese Austöchterung stößt bei der Belegschaftsvertretung auf heftige Kritik.

Unternehmensseitig werde durch die Betriebsversammlung "keine Störung des Flugbetriebs erwartet", wurde der APA am Montag als Erwartung des AUA-Managements versichert.

Die AUA-Führung hat vor, die "Austrian Technik" in Zukunft als eigenständiges Unternehmen zu führen - und dazu in eine GmbH umzuwandeln. Die Gesellschaft würde zur 100-prozentigen Tochter der AUA.

"Keine Zerschlagung"

Von einer "Zerschlagung des Unternehmens", die laut Interpretation des Betriebsrats damit bei der AUA-Technik beginne, "kann keine Rede sein", so AUA-Sprecher Johannes Davoras am Montag. Vielmehr ginge es in dieser Konstellation darum, der Austrian Technik mehr Handlungsspielraum in ihrem Geschäftsfeld einzuräumen. Sie solle so ihre Marktchancen weiter verbessern, auch als Anbieter für Drittgeschäft verbessere sie damit ihre Position.

Die AUA spricht von einer "Sicherung des Technikstandortes Wien", unabhängig von der Airline-Entwicklung. Für die neue Technik-Gesellschaft eröffneten sich airline-unabhängigere Expansions- und Wachstumschancen.

Anfang 2006 sollen mit den Belegschaftsvertretern verhandelt werden. Erst dann werde man eine endgültige Umsetzungsentscheidung treffen.

Die Austrian Technik beschäftigt derzeit 1.200 Mitarbeiter. Der finanzielle Aufwand für technische Wartung und Instandhaltung beläuft sich nach AUA-Angaben 2005 auf insgesamt rund 270 Mio. Euro. Der Umsatz mit Drittgeschäft, also mit der Wartung von Flugzeugen anderer Gesellschaften, betrage 2005 bereits mehr als 30 Mio. Euro. (APA)

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