Neuer Appell von Familie der entführten Deutschen

11. Dezember 2005, 13:23
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"Seien Sie gnädig zu ihr" - Dank an irakische und deutsche Bevölkerung für Anteilnahme

Osnabrück - Die Familie der entführten Deutschen Susanne Osthoff hat erneut einen eindringlichen Appell an die Geiselnehmer im Irak gerichtet: "Meine Tochter ist mehr Irakerin als Deutsche. Reden Sie mit ihr. Lernen Sie Susanne kennen. Dann können Sie sich schnell davon überzeugen, dass sie im Irak nur eins wollte: den Menschen dort helfen", erklärte Osthoffs Mutter Ingrid Hala in einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Ihre Tochter sei ein guter, barmherziger Mensch. "Ich bitte Sie, seien Sie gnädig zu ihr und sagen Sie Susanne, dass wir mit unseren Herzen bei ihr sind und sie lieben", erklärte Hala. Sie appellierte zugleich an die Entführer, Kontakt mit den irakischen oder deutschen Behörden aufzunehmen. Es müsse eine friedliche Lösung gefunden werden: "Lassen Sie Susanne frei."

Die Mutter dankte im Namen der Familie für die große Anteilnahme der irakischen und deutschen Bevölkerung am Schicksal der Archäologin: "Es hat uns in dieser schwierigen Situation Mut und Kraft gegeben, dass sich sogar der irakische Präsident Dschalal Talabani persönlich um ein Ende des Geiseldramas bemüht." Auch die Verurteilung der Entführung durch kurdische, schiitische und sunnitische Persönlichkeiten und Parteien mache Hoffnung, dass die Entführer zur Einsicht gelangen würden.

Der Zeitung zufolge soll der neuerliche Appell vom irakischen Präsidialamt ins Arabische und Kurdische übersetzt und in allen irakischen Medien veröffentlicht werden. (APA/AP)

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