Französischer Ingenieur entführt

8. Dezember 2005, 20:31
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Moslem-Organisationen fordern Freilassung von Geiseln

Bagdad/Paris - Im Irak ist erneut ein westlicher Ausländer entführt worden. Das Außenministerium in Paris bestätigte am Montag das "Verschwinden" des französischen Ingenieurs Bernard Planche. Die französische Botschaft in Bagdad sei darum bemüht, den Mann, der im Bereich Wasserwirtschaft gearbeitet habe, so rasch wie möglich freizubekommen.

Nach Angaben der Polizei wurde der Franzose gegen 9.20 Uhr Ortszeit (7.20 Uhr MEZ) aus seinem Haus in einem Wohnviertel im Westen der irakischen Hauptstadt verschleppt. Zuvor hatte es geheißen, der Ingenieur sei aus seinem Auto geholt worden. Laut Polizei drangen drei Männer und eine Frau bei dem Mann ein und zerrten ihn nach draußen.

Als der Franzose sich weigerte ins Auto zu steigen, sei er mit Schlägen auf den Kopf dazu gezwungen worden. Ein Polizist sei Zeuge des Vorfalls gewesen und habe in Richtung der Entführer geschossen. Diese hätten das Feuer erwidert und ihre Geisel an einen unbekannten Ort gebracht.

Moslem-Organisationen fordern Freilassung von Geiseln

Der Kirchenrat des Nahen Ostens (MECC) und das Internationale Islamische Forum für Dialog haben in einer gemeinsamen Erklärung die Freilassung der vier im Irak entführten Mitarbeiter einer christlichen Hilfsorganisation gefordert. "Wir drängen diejenigen, die diese unschuldigen Menschen entführt haben, sie unverzüglich frei zu lassen", heißt es in der am Dienstag in Amman veröffentlichten Erklärung. Die Entführung solcher Menschen werfe ein schlechtes Licht auf die Ziele des irakischen Widerstandes gegen die Besatzung und verletze religiöse Werte.

Bei den vier Geiseln handelt es sich um Mitarbeiter der Christian Peacemakers Teams. Die vier Männer aus Kanada, Großbritannien und den USA waren am 26. November im Irak verschleppt worden. Der arabische Fernsehsender Al Jazeera strahlte ein kurzes Video aus, in dem die Geiseln gezeigt werden. Ihre Entführer werfen ihnen nach Angaben des Senders vor, sie seien Spione für Washington und London.

(APA/dpa)

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