Steiermark: Mord und versuchter Selbstmord

6. Dezember 2005, 13:24
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38-Jähriger außer Lebensgefahr - 14 Monate alte Tochter des Opfers kommt zu Eltern des mutmaßlichen Täters

Graz - Ein 38 Jahre alter Obersteirer soll in der Nacht auf Montag seine sieben Jahre jüngere Ex-Lebensgefährtin ermordet und anschließend versucht haben, sich selbst zu töten. Er hatte laut Polizei Auspuffgase in das Innere seines Wagens geleitet. Der Verdächtige musste mit lebensgefährlichen Verletzungen ins LKH Graz gebracht werden, war aber am frühen Nachmittag außer Gefahr. Der Tat war nach Angaben der Exekutive ein Streit vorausgegangen, da die 31-Jährige aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen wollte, weil sie einen neuen Freund hatte.

Tat am Telefon gestanden

Die Leiche der Obersteirerin war von der Polizei in den Morgenstunden des Montag in der Wohnung in Rottenmann (Bezirk Liezen) gefunden worden. Die Frau dürfte entweder erdrosselt oder erstickt worden sein, dies soll durch eine Obduktion geklärt werden, deren Ergebnis am späten Montagnachmittag vorliegen dürfte. Die Schwester des Opfers hatte die Exekutive verständigt, nachdem der mutmaßliche Täter ihrem Mann am Telefon die Tat gestanden hatte. Außerdem soll der gelernte Tischler den Schwager noch gebeten haben, auf die 14 Monate alte Tochter aufzupassen, da er seinem Leben ein Ende setzen wolle.

Die Polizei leitete sofort eine Alarmfahndung nach dem Mann ein. In den Vormittagsstunden entdeckten die Kriminalisten nach Hinweisen von Passanten den Wagen des Mordverdächtigen. Er war vor dem Freibad in Rottenmann abgestellt. "Der 38-Jährige hatte vom Auspuffrohr einen Schlauch ins Auto gelegt und versucht, sich durch das Einatmen der Gase zu töten", erklärte der Chefermittler des LKA Steiermark, Anton Kiesl. Zusätzlich hatte der verhinderte Selbstmörder auch noch Tabletten geschluckt. Einige Stück waren von der Spurensicherung im Fahrzeug sichergestellt worden.

Noch nicht vernehmungsfähig

Der 38-Jährige, der auf Grund der akuten Kohlenmonoxidvergiftung vom Notarzt in Tiefschlaf versetzt und künstlich beatmet werden musste, sollte mit dem Notarzthubschrauber ins LKH Graz gebracht werden. Nach Angaben des Rotes Kreuzes kam der Hubschrauber wegen des schlechten Wetters aber nur bis Kalwang. Von dort wurde der Verletzte dann von einem Rotkreuz-Notarztwagen aus Leoben ins LKH Graz gebracht, wo er in der Druckkammer behandelt wurde. Er war am Montagnachmittag außer Lebensgefahr, aber noch nicht vernehmungsfähig.

Motiv für die Tat dürfte der Auszug der 31-Jährigen aus der gemeinsamen Wohnung gewesen sein. Die Frau hatte einen neuen Freund und wollte heute bei diesem einziehen. Sie hatte auch bereits gepackt, so die Polizei. In einem Streit in der Nacht auf Montag soll der 38-Jährige die Frau dann irgendwann zwischen 22.00 Uhr und 3.00 Uhr getötet haben. Die Hintergründe werde aber erst die Einvernahme des Verdächtigen erhellen, hieß es von Seiten der Polizei. Die 14 Monate alte Tochter wurde zunächst von der Fürsorge übernommen und soll den Eltern des mutmaßlichen Täters übergeben werden. (APA)

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