Sturm, Regen, Schnee in Südeuropa

5. Dezember 2005, 20:30
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Erhebliche Schäden in Frankreich und Italien - Mindestens ein Toter - Auf Teneriffa verbrachten 6.000 Menschen die sechste Nacht in Folge ohne Strom.

Nizza/Rom/Santa Cruz - Sintflutartiger Regen und heftige Schneefälle haben am Wochende in Frankreich und Italien für Überschwemmungen und erhebliche Schäden gesorgt. Mindestens ein Mensch kam ums Leben. Auf der spanischen Kanareninsel Teneriffa verbrachten rund 6.000 Menschen die sechste Nacht in Folge nach dem Tropensturm "Delta" ohne Strom. Der Großteil der Haushalte jedoch war am Sonntag wieder am Netz.

Frankreich

In Südfrankreich ist bei den Unwettern in Cagnes-sur-Mer ein Radfahrer ums Leben gekommen. Der 31-Jährige war in der Nacht auf Samstag von den Wassermassen in einen Abflusskanal gerissen worden, der ins Meer führt. Die Suche nach dem Vermissten sei schließlich als aussichtslos aufgegeben worden, hieß es nach Angaben der Polizei von Sonntag. Drei Autofahrer, die in einem Tunnel in Nizza von dem rasch ansteigenden Wasser überrascht wurden, konnten gerettet werden. In Nizza und im Hinterland der Stadt an der Cote d'Azur stürzten Bäume auf Fahrzeuge, Oberleitungen knickten ein, und Straßen wurden durch die Regenmassen beschädigt. Mehrere Straßen wurden wegen Erdrutschgefahr gesperrt.

An der Atlantikküste Frankreichs und in der Bretagne hatten Stürme mit Spitzengeschwindigkeiten von 165 Kilometer in der Stunde Bäume umgerissen, Gebäude abgedeckt und Oberleitungen beschädigt. Zeitweise waren 10.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten.

Italien

Regengüsse und heftige Schneefälle haben auch in Italien zu erheblichen Verkehrsbehinderungen geführt. Vor allem die Lagunenstadt Venedig war stark betroffen, wo ein Rekord-Hochwasser 70 Prozent des historischen Zentrums überschwemmte. Auf dem Markusplatz wurden 50 Zentimeter Hochwasser gemeldet. Teile Norditaliens wurden vom Schnee lahm gelegt. Besonders betroffen war Mailand, berichteten Medien. Dort brach wegen starken Schneefalls teilweise der Verkehr zusammen. Bahnlinien wurden unterbrochen, und zahlreiche Flüge mussten gestrichen werden.

Kanaren

Auf den Kanarischen Inseln wird sich vermutlich ein Untersuchungsausschuss des Regionalparlaments mit dem Stromchaos beschäftigen, das Tropensturm "Delta" ausgelöst hatte. In der Nacht auf Dienstag waren auf Teneriffa mehr als 30 Strommasten umgerissen worden. Bis zu 300-000 Menschen waren vier Tage lang ohne Elektrizität. Der Sturm forderte 19 Menschenleben. (APA/dpa)

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