Förderbank AWS überspringt Milliarde

14. Dezember 2005, 15:47
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Austria Wirtschaftsservice wickelt heuer rund 6000 Förderfälle ab - Geschäftsführer Bednar: 20 Prozent Kosten gespart

Wien - Erstmals an der Milliarden-Eurogrenze kratzen wird die staatliche Förderbank Austria Wirtschaftsservice (AWS). Wurden 2004 rund 5000 Förderfälle im Gesamtvolumen von 834 Millionen Euro abgewickelt, werden es heuer rund 6000 sein, stellte AWS-Geschäftsführer Horst Bednar im STANDARD-Gespräch in Aussicht.

Konjunkturpaket greift

Wie ein Turbo wirke dabei das Konjunkturpaket, das "sehr gut" greife. Die insgesamt 370 Mio. Euro kommen je zur Hälfte von Bund und Ländern, wobei 185 Mio. Euro in Form von Zuschüssen in die betriebliche Arbeitsmarktförderung gingen. Um je hundert Euro auf 500 Mio. Euro erhöht wird der Topf für die ERP-Kredite, die 2005 und 2006 vergeben werden können. Insgesamt entspreche die gesamthafte Fördersumme von 1,18 Milliarden Euro einem Barwert von 442 Mio. Euro, rechnet Bednar vor.

Müsste der ERP-Fonds nicht bis zu 50 Mio. Euro seiner Erträge an die Forschungsstiftung abliefern, wäre der Barwert freilich höher. Bednar hat damit aber kein Problem: "Das ist eine Vorgabe des Eigentümers." Ob der mittlerweile vollständig in die aus Innovationsagentur, Bürges-Bank, Finanzierungsgesellschaft FGG und ERP gezimmerte AWS integrierte ERP-Fonds 2006 an die Forschungsstiftung auch 50 Mio. Euro abliefern wird, ist offen. Bednar geht aber davon aus. "2007 wird man sehen."

Kritik zurückgewiesen

Dass es zwischen AWS und der Forschungsförderungsgesellschaft FFG Überlappungen und Abgrenzungsprobleme gibt, wie von Opposition und Fördernehmern kritisiert wird, bestreitet Bednar: "Unser Schwerpunkt ist das Unternehmen." Die FFG fördere Ideen und Forschungsprojekte, nicht die Unternehmensgründung per se.

Nicht gelten lässt der AWS-Chef auch die Kritik, die AWS koste mehr als die vier Teilorganisationen zuvor. "Wir kosten 2,3 Prozent dessen, was wir bewegen. Damit können wir uns sehen lassen." Die von Finanzminister Karl-Heinz Grasser geforderte 20-prozentige Kostenreduktion habe man erbracht, denn man wickle mit 199 Mitarbeitern deutlich mehr Förderprogramme ab, als seinerzeit mit 211 Beschäftigten. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.12.2005)

  • AWS-Chef Horst Bednar: So viele staatliche Förderungen wie noch nie.
    foto: standard/regine hendrich

    AWS-Chef Horst Bednar: So viele staatliche Förderungen wie noch nie.

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