Russland will Ölexporte nach Europa drosseln

21. Dezember 2005, 14:40
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Verbraucher werden auf steigende Benzinpreise eingestimmt

Moskau - Der Chef des größten russischen Ölkonzerns Lukoil hat Europas Verbraucher auf steigende Benzinpreise eingestimmt. Eigentlich müsste das russische Urals-Öl "deutlich teurer sein als es jetzt ist", sagte Wagit Alekperow dem "Handelsblatt" (Montag). "Wir werden dafür sorgen, dass Europa nicht mehr mit russischem Öl überversorgt wird."

Neue Pipelines nach China würden russisches, kasachisches und aserbaidschanisches Öl von Europa weg und nach China leiten. Dann werde der inzwischen bis zu sieben Dollar betragende Preisabschlag für Urals gegenüber dem Nordseeöl Brent nach Alekperows Einschätzung "wie früher nur 50 bis 70 Cent betragen".

Putin nennt Preisabschlag "unfair"

Auch Russlands Präsident Wladimir Putin hatte kürzlich den Preisabschlag für russisches Öl als "unfair" bezeichnet und für Urals den Brent-Preis verlangt. Dabei kassiert Russland in diesem Jahr eine Flut von Petrodollars ein.

Trotz einer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich geringeren Liefermenge exportierten russische Konzerne in den ersten neun Monaten 2005 Öl im Wert von 60,1 Milliarden Dollar. Im gesamten Vorjahr brachten die Ölausfuhren ihnen nur 59 Milliarden Dollar ein. Im Schnitt bezahlen die Europäer inzwischen für einen Barrel (159 Liter) Urals-Öl 52 Dollar. (APA/dpa)

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