Ötztal: Auf der Skipiste von Lawine verschüttet

5. Dezember 2005, 20:30
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Drei Skifahrer in Hochgurgl leicht bis mittel schwer verletzt

Sölden/Hochgurgl - Im gesicherten Skiraum von Hochgurgl im Ötztal ist Sonntag gegen Mittag eine Lawine abgegangen. Drei Personen, alle deutsche Staatsbürger, konnten nach kurzer Zeit lebend geborgen werden. Nach Angaben der Polizei vom Imst wurden sie leicht bis mittel schwer verletzt. Eine etwa 60-jährige Frau wurde ins Krankenhaus Zams geflogen. Bei Redaktionsschluss hielt die Suche nach möglichen weiteren Vermissten noch an.

Nach Auskunft des Bürgermeisters von Sölden, Ernst Schöpf, gab es unbestätigte Meldungen, wonach sich eine weitere Person unter den Schneemassen befinden könnte. Der etwa 100 Meter breite und bis zu drei Metern hohe Schneekegel sei aber bereits siebenmal erfolglos abgesucht worden. "Wir suchen weiter, bis wir ausschließen können, dass jemand darunter liegt", so Schöpf.

Hang nicht "unbefleckt" Das Unglück hat sich am Wurmkogel, auf der blauen Piste Nr. 27, auf etwa 3000 Metern ereignet. Wieso die Piste in diesem Bereich nicht gesperrt war, konnte Schöpf "nicht sagen". Die Ursache des Unglücks stehe noch nicht fest. Schöpf räumte ein, dass "das Gebiet nicht unbefleckt" sei. "Es gehen hier immer wieder einmal Schneebretter ab."

Der Bürgermeister leitet auch die Lawinenkommission von Sölden, die wiederum wegen der Weitläufigkeit des Skigebietes in 15 Unterkommissionen unterteilt ist. Die Kommissionen sind zuständig für die Sperren oder Freigabe von Pisten und Straßen. Offenbar wurde die Gefahr unterschätzt. "Es liegt eher wenig Schnee", so Schöpf. "Aber es wehte in den letzten Tagen sehr starker Wind, der wohl zu relativ großen Schneeverfrachtungen geführt hat." (bs, DER STANDARD - Printausgabe, 5. Dezember 2005)

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