Teheran zeigt USA die kalte Schulter

10. Dezember 2005, 11:24
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Kein Interesse an Gesrächen mit USA über Atomprogramm oder Vorgänge im Irak

Teheran - Der Iran will eigenen Angaben zufolge nicht mit den USA über sein umstrittenes Atomprogramm oder Vorgänge im Irak sprechen. Gespräche mit den USA stünden nicht auf der Agenda der iranischen Regierung, sagte Außenministeriumssprecher Hamid Reza Azefi am Sonntag auf einer Pressekonferenz.

Medien hatten im vergangenen Monat berichtet, der US-Botschafter im Irak, Zalmay Khalilzad, sei von US-Präsident George W. Bush ermächtigt worden, einen Dialog mit dem Iran zu beginnen. Der Chef der Atomaufsichtsbehörde der Vereinten Nationen, Mohamed ElBaradei, hatte zudem angedeutet, die USA in die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm einbinden zu wollen.

Das Thema Sicherheit im Irak sei ein innerirakisches Thema, mit dem sich die Iraker beschäftigen sollten, meinte Azefi. "Die Iraker sind erwachsen und klug und sollten selbst über ihre Zukunft entscheiden. Also gibt es keine Notwendigkeit für Verhandlungen mit Amerika." Die Regierung in Teheran habe auch keine formelle Gesprächseinladung aus Washington erhalten. Die US-Regierung hatte ihre Beziehung kurz nach der islamischen Revolution im Iran 1979 abgebrochen.

Auch eine Beteiligung der USA an den Gesprächen über das umstrittene iranische Atomprogramm sei nicht notwendig, sagte Azefi. "Für solche Verhandlungen gibt es keinen Bedarf, denn wir glauben, dass einer der Gründe, die das Thema verkompliziert haben, die Einmischung der USA war", fügte er hinzu. Die USA werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Der Regierung in Teheran zufolge dient das Atomprogramm jedoch rein friedlichen Zwecken wie der Stromerzeugung. "Wir werden bei den Verhandlungen nicht schachern. Wir wollen unser Recht auf den Besitz von Nuklear-Technologie erhalten", sagte Azefi. (APA/Reuters)

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