Mehr als 660 Menschen im November getötet

6. Dezember 2005, 07:56
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Gewalt im Vergleich zum Vormonat drastisch angestiegen - Erneuter Terroranschlag in Bagdad: Zwei Tote - Offensive gegen Rebellenhochburg Ramadi beendet

Bagdad - Die Zahl der bei Gewaltakten im Irak getöteten Menschen ist im November gegenüber dem Vormonat drastisch gestiegen. 666 Menschen starben nach nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AFP vom Sonntag im November, im Oktober waren es 407 Todesopfer. Die große Mehrheit der im November Getöteten - mehr als 540 Menschen - waren Zivilisten. Nach Angaben irakischer Ministerien stieg auch die Zahl der Verletzten von 520 auf 734.

Insgesamt seien im November 24 Autobombenanschläge, 30 Angriffe mit Sprengstoff oder Granaten und 58 bewaffnete Angriffe verübt worden. In drei Fällen hätten sich Selbstmordattentäter mit Sprengstoffgürteln in die Luft gesprengt.

Seit Beginn des Jahres wurden den Statistiken von Gesundheits-, Innen- und Verteidigungsministerium zufolge im Irak mehr als 5.400 Iraker getötet, darunter mehr als 3.800 Zivilisten. Seit Jahresanfang töteten Sicherheitskräfte demnach zudem fast 1.700 Aufständische.

Auch am Sonntag kam es in Bagdad wieder zu Anschlägen - bei einem Bombenanschlag wurden mindestens zwei Menschen getötet. Elf weitere wurden verletzt, als der Sprengsatz in der Nähe des belebten Tahrir-Platzes im Zentrum von Bagdad explodierte, wie die Polizei mitteilte. Den Angaben zufolge zielte der Anschlag auf einen Polizeikonvoi, der unbeschadet blieb. Mehrere Geschäfte wurden beschädigt.

US-irakische Offensive gegen Rebellenhochburg Ramadi beendet

Unterdessen ist die US-irakische Offensive gegen die Rebellenhochburg Ramadi nach Angaben der US-Militärführung beendet worden. Bei der am Freitag begonnenen "Operation Lance" (Lanze) gegen die Stadt 110 Kilometer westlich von Bagdad seien hauptsächlich Razzien gegen "Verstecke von Terroristen" geführt worden, hieß es in einer Mitteilung der US-Armee am Sonntag. Vier mutmaßliche El-Kaida-Mitglieder seien festgenommen worden.

Zuvor hatten religiöse und politische Führer der Sunniten ein sofortiges Ende der Offensive gegen Ramadi gefordert, weil sie den "Graben" zwischen der irakischen Regierung und der Bevölkerung vergrößere. Auch der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, hatte die USA aufgerufen, ihre Militäroffensiven gegen Rebellenbastionen einzustellen, weil sie die Spannungen im Land verschärften.

In ihrer Erklärung am Sonntag kündigte die US-Armee ferner die baldige Beendung ihrer Offensive "Eisenhammer" in der Region Hit westlich von Ramadi an. Dort sind rund 2.500 irakische und US-Soldaten im Einsatz. (APA)

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