Kritik an Gusenbauer-Aussage zu "überflüssigen" Agrarbeamten

21. Dezember 2005, 14:31
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Proteste von Bauernbund und Landwirtschaftsministerium - Grillitsch: SPÖ-Chef will ländlichen Raum kaputt sparen - Pröll-Ressort: Inakzeptabel

Wien - Erwartungsgemäß Proteste vom Landwirtschaftsministerium und vom Bauernbund löste die Aussage von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer betreffend das Agrarressort aus. Gusenbauer hatte unter Bezugnahme auf den ehemaligen Landwirtschaftsminister Franz Fischler erklärt, dieser habe selbst erklärt, dass sehr viele Beamte in seinem Ressort überflüssig seien. Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch (V) warf Gusenbauer vor, den ländlichen Raum kaputt sparen zu wollen und das Landwirtschaftsministerium bezeichnete die Aussagen des SPÖ-Chefs als "inakzeptabel".

Kürzung des EU-Agrarbudgets

"Alfred Gusenbauer hat heute einmal mehr seine Maske abgelegt und mit seinen absolut entbehrlichen Aussagen zum Lebensministerium bewiesen, dass ihm weder Landwirtschaft noch Umwelt oder der ländliche Raum insgesamt ein Anliegen sind", so Grillitsch. "Abgesehen davon, dass Gusenbauer polemisch und mit falschen Zahlen agiert, muss man sich schon fragen, ob hinter diesen Aussagen nicht System steckt. Schließlich war es der SPÖ-Chef, der als Erster Tony Blair bei dessen katastrophaler Forderung nach 50 Prozent Kürzung des EU-Agrarbudgets unterstützt hat und diese Unterstützung bis heute nicht aufgegeben hat."

Stellenabbau

Das Landwirtschaftsministerium stellte in einer Aussendung zu den Wortmeldungen Gusenbauers - wonach das Wiener Landwirtschaftsministerium genauso viele Beamte beschäftige, wie vor dem EU-Beitritt und dass im Landwirtschaftsministerium 5.000 Beamte herumrennen und keiner weiß, was sie tun - fest, dass 1990 noch 8.000 Personen im Ressort für Land- und Forstwirtschaft beschäftigt gewesen seien. Mit dem EU-Beitritt 1995 seien es 5.000 gewesen. Inzwischen betrage der Personalstand 3.500 Beamte. Von diesen würden 860 in der Zentralstelle in Wien in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft arbeiten. Die restlichen Stellen verteilten sich auf die Wildbach und Lawinenverbauung mit 400 Beamten sowie eine Reihe professionell arbeitender Bundesanstalten.

Das Landwirtschaftsressort betont, das Aufgabenspektrum habe sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt, der Personalstand aber mehr als halbiert. Die Kritik Gusenbauer sei "in der Sache falsch und inakzeptabel". (APA)

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