Israelische Luftwaffe beschießt Gazastreifen

6. Dezember 2005, 07:01
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Dahlan ordnet schärfere Kontrolle an Rafah-Grenzübergang an - Fatah-Vorwahlen: Junge setzen sich durch

Gaza-Stadt/Jerusalem - Die israelische Luftwaffe hat am Sonntag zum ersten Mal seit fünf Wochen den Gazastreifen angegriffen. Ziele waren nach Militärangaben ein verlassenes Gebäude und eine Raketenabschuss-Stellung im nördlichen Gazastreifen. Eine Rakete traf auch eine Sozialstation der militanten Organisation Islamischer Dschihad. Dort wurden nach israelischen Angaben Angehörige von Extremisten finanziell unterstützt. Palästinensische Sicherheitskräfte berichteten, eine Zivilperson sei leicht verletzt worden. Israel reagierte mit den Luftschlägen auf den Abschuss mehrerer Raketen aus dem Gazastreifen auf israelisches Territorium. Dabei gab es am Samstag keine Opfer.

Der Sicherheitschef des Gazastreifens, Mohammed Dahlan, ordnete unterdessen schärfere Kontrollen am Grenzübergang Rafah zu Ägypten an. Nach israelischen Angaben sind seit der Grenzöffnung vor einer Woche 15 Hamas-Aktivisten eingereist. Dies wäre ein Verstoß gegen das unter US-Vermittlung ausgehandelte Abkommen mit Israel. Dahlan habe eine Untersuchung der Berichte eingeleitet, teilte einer seiner Mitarbeiter mit.

Fatah-Vorwahlen

Aus den von Gewalt und Manipulationsversuchen überschatteten Vorwahlen der Fatah-Organisation für die Parlamentswahl im Jänner gingen mehrere Vertreter der jüngeren Generation als Sieger hervor. So setzte sich in Hebron im Westjordanland der pragmatische Sicherheitschef Jibril Radjub gegen Kandidaten der alten Garde um den verstorbenen Expräsidenten Yasser Arafat durch. Auch in Rafah im Gazastreifen errangen Nachwuchspolitiker die ersten Listenplätze. Ein glaubwürdiger Wandel von einer korrupten Klientel-Partei zu einer sauberen und effizienten Organisation gilt als Voraussetzung dafür, dass die Fatah am 25. Jänner nicht allzu viele Parlamentssitze an die erstmals antretende Hamas verliert. (APA/Reuters)

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