Deutsche Handynetz-Betreiber schließen Sicherheitslücke

11. Dezember 2005, 12:26
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Mobilbox aus dem Ausland nur noch mit PIN abfragbar

Die großen deutschen Handynetz-Betreiber haben dem Missbrauch der Mobilbox durch Fremde einen Riegel vorgeschoben. Ab sofort müssen alle Handybesitzer bei Abfragen ihrer Nachrichten aus dem Ausland und zum Teil auch aus dem deutschen Festnetz ihre persönliche PIN-Nummer eingeben, wie die großen Mobilfunkunternehmen mitteilten. Bisher war dies nur bei Anrufen aus bestimmten Ländern nötig. Der "Spiegel" hatte bei Recherchen eine Sicherheitslücke aufgedeckt. Danach konnte die Mobilbox unter bestimmten Umständen von Dritten abgehört werden.

Im Inland ändert sich nichts

Bei der Abfrage der Mobilbox vom Handy aus dem Inland ändert sich für Mobilfunkkunden nichts. Wer die PIN-Nummer bei einer Auslandsreise nicht zur Verfügung hat, kann sie nach Eingabe einer Tastenkombination bei seinem Netzbetreiber anfordern und bekommt sie dann umgehend per SMS zugesandt. Die dafür nötige Tastenkombination wird nach Auskunft von T-Mobile und Vodafone beim Anruf bei der Mobilbox angesagt. Laut Vodafone gilt der PIN-Zugang auch für Anrufe aus dem deutschen Festnetz.

Sicherheitslücke

"Es gab eine Sicherheitslücke, und die schließen wir jetzt", betonte Vodafone-Sprecher Jens Kürten. Dem "Spiegel" zufolge konnten Anrufer mit krimineller Energie ohne viel Aufwand einer fremden Mobilbox vortäuschen, der Handy-Besitzer selbst rufe an. Dies sei über bestimmte Anbieter der Internet-Telefonie möglich gewesen, erläuterte T-Mobile-Sprecher Philipp Schindera. Konkrete Missbrauchs-Fälle sind den Handynetzbetreibern allerdings nicht bekannt.(Apa) (Schluss) hf

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