Hewlett-Packard Frankreich: Mehr Arbeitsstunden zur Postenrettung

12. Dezember 2005, 15:00
posten

Betriebsleitung des US-Konzerns reduziert Sozialplan um 300 Stellen - Gewerkschaften handeln 35-Stunden-Woche neu aus

Paris - Der US-Computerkonzern Hewlett-Packard (HP) und die französischen Sozialpartner haben am Freitagabend ein Abkommen unterzeichnet, das eine Reduktion der geplanten Postenstreichungen gegen eine Anhebung der wöchentlichen Arbeitsstunden vorsieht. "Dieses Abkommen bezeugt den von der Betriebsleitung und den Gewerkschaften geteilten Willen, den sozialen Dialog in einem konstruktiven Geist wieder anzuknüpfen", kommentierte Beschäftigungsminister Gerard Larcher das Verhandlungsergebnis.

Das von den Gewerkschaften CFDT, CFTC, CGC und FO am HP-Sitz von Grenoble unterzeichnete Abkommen sieht im Detail vor, dass der geplante Abbau von 1.240 Posten um 300 Stellen reduziert wird. Im Gegenzug dafür haben sich die Arbeitnehmerorganisationen verpflichtet, die Verhandlungen über die in Frankreich gesetzlich eingeführte 35-Stunden-Woche neu aufzunehmen.

Begleitmaßnahmen

Minister Larcher verpflichtete sich weiter zur persönlichen Qualitätskontrolle der Begleitmaßnahmen zur sozialen Wiedereingliederung, die den gekündigten HP-Angestellten angeboten werden. "Ich werde darauf achten, dass die Direktion die eingegangenen Verpflichtungen zur wirtschaftlichen Belebung der vom Sozialplan betroffenen Regionen hält", betonte der konservative Politiker.

Proteste

Hewlett-Packard hatte im vergangenen September die Streichung von 6.000 Posten in ganz Europa angekündigt. In Frankreich waren die Proteste besonders heftig, weil der Personalabbau mit 25 Prozent der Belegschaft über dem EU-Durchschnitt von 15 Prozent lag. Gegen den Sozialplan hatte selbst die französische Regierung protestiert.

In Deutschland sollen 1.500 Arbeitsplätze sozialverträglich wegfallen. In Österreich beschäftigt der Computerkonzern ungefähr 800 Personen, sie sind von dem Stellenabbau kaum betroffen. Weltweit baut der Konzern 14.500 Jobs ab, was zehn Prozent der Gesamtbelegschaft entspricht. (APA)

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