Rumänien: Quarantäne auf weitere Dörfer ausgeweitet

8. Dezember 2005, 20:20
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Ausbreitung der Infektionskrankheit auf der Halbinsel Krim gestoppt

Bukarest/Kiew - Nach neuem Vogelgrippeverdacht ist die Quarantäne in Rumänien am Montag auf zwei weitere Orte ausgeweitet worden, ohne dass dort allerdings ein Virus des Typs H5 nachgewiesen worden wäre. Auf der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim ist die Ausbreitung der Krankheit nach Angaben der Behörden gestoppt worden.

Zehn Orte im Donaudelta unter Quarantäne

Der rumänische Landwirtschaftsminister Gheorghe Flutur sagte, die Zahl der untersuchten Haus- und Wildvögel sei in den bisher verdächtigen Gebieten verdoppelt worden. Insbesondere würden auch Zugvögel untersucht, denn diese "kommen jetzt in immer größeren Scharen", sagte der Minister nach einem Bericht der rumänischen Nachrichtenagentur Mediafax.

Insgesamt stehen nun zehn Orte im Donaudelta und 200 Kilometer weiter westlich unter Quarantäne. In zweien davon wurde der für Menschen gefährliche Erregertyp H5N1 nachgewiesen. Der erste nachgewiesene Infektionsherd in Ceamurlia de Jos war am 11. November für beseitigt erklärt worden. Neu betroffen von Quarantäne und Massenschlachtungen sind jetzt der am mittleren Donaudelta-Arm Sulina gelegene Ort Crisan sowie das Dorf Agighiol, 20 Kilometer südwestlich des Deltas. Allein in Agighiol sollen 30.000 Hausvögel notgeschlachtet werden.

Ausbreitung auf Krim gestoppt

Nach dem Verhängen des Katastrophenzustands über den Norden der Schwarzmeer-Halbinsel Krim haben die ukrainischen Behörden nach eigenen Angaben eine Ausbreitung der Vogelgrippe stoppen können. Die Behörden teilten am Montag in der Krim-Hauptstadt Simferopol mit, in den vergangen 24 Stunden sei kein Nutzgeflügel mehr an dem Virus verendet. Präsident Viktor Juschtschenko reiste auf die Krim, um eine Krisensitzung zur Vogelgrippe zu leiten. Es blieb weiterhin unklar, ob es sich um den für Menschen gefährlichen Erregertyp H5N1 handelt.

Der ukrainische Zivilschutz gab Juschtschenko die Empfehlung, den am Wochenende angeordneten Katastrophenzustand in Kürze wieder aufzuheben. Bis spätestens Mittwoch hätten Einsatzkräfte sämtliches Hausgeflügel in den betroffenen Dörfern im Norden der Krim getötet, kündigte Zivilschutzminister Viktor Baloga in Simferopol an.

Auf der Halbinsel waren binnen kurzer Zeit 2.000 Nutzvögel in privater Haltung gestorben. Die Meeresbuchten und Brackwasserseen zwischen dem ukrainischen Festland und der Krim gelten als wichtiges Brut- und Rastgebiet für Wildvögel, die den gefährlichen Erreger H5N1 verbreiten können. (APA/dpa)

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