Al-Kaida-Mitglied von CIA-Rakete getötet

11. Dezember 2005, 11:33
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Hamsa Rabia soll Nummer drei der Terrororganisation gewesen sein - Augenzeugen berichten von "Raketenhagel"

Washington - In Pakistan ist die mutmaßliche Nummer drei der moslemischen Extremisten-Organisation Al Kaida getötet worden.

Hamsa Rabia kam einem Medienbericht zufolge durch eine Rakete des US-Geheimdienstes CIA ums Leben gekommen. Eine CIA-Drohne vom Typ "Predator" habe am Donnerstagmorgen eine Rakete auf das Versteck von Rabia abgefeuert, berichtete der US-Fernsehsender NBC News am Samstag unter Berufung auf US-Beamte.

US-Geheimdienstkreisen zufolge plante Rabia Anschläge auf die USA. Pakistan wirft ihm vor, 2003 an zwei Anschlagversuchen auf Präsident Pervez Musharraf beteiligt gewesen zu sein.

Rabia sei nach Al-Kaida-Chef Osama bin Laden und dessen Stellvertreter, Ayman al-Sauahri, der ranghöchste Al-Kaida-Chef für die Planung von Terrorakten gewesen, hieß es in pakistanischen und US-Sicherheitskreisen. Im Mai sei er nach der Gefangennahme von Abu Faradsch Fardsch al Libi in Pakistan auf die Position gerückt. Sein Tod sei ein schwerer Schlag für die Al Kaida, hieß es in den US-Kreisen.

Fünf Tote

Dem Bericht zufolge war Rabia einer von fünf Menschen, die bei dem Angriff in dem Dorf Asorai im Westen Pakistans ums Leben kamen. Bei den weiteren Opfern habe es sich um zwei Pakistani und zwei Araber gehandelt. Einheimische Zeugen hätten von "einem Raketenhagel" berichtet, der auf das Haus niedergegangen sei. Eine unbemannte Drohne des Typs "Predator" sei über dem Dorf aufgetaucht und habe mehrere Raketen abgefeuert. Laut dem Bericht tragen die Munitionsreste Kennungen der US-Armee. Die CIA wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Obwohl die Leiche Rabias nicht gefunden wurde, bestätigte der pakistanische Präsident Musharraf dessen Tod: "Ja er ist es, zu 200 Prozent", sagte Musharraf bei einem Besuch in Kuwait. Das pakistanische Militär stützt ihre Darstellung auf Geheimdienstberichte und abgehörten Nachrichtenverkehr zwischen Al-Kaida-Mitgliedern.

Pakistan besteitet US-Angriff

Widersprüchliche Angaben gab es über die Art und Weise der Tötung Rabias. Nach offizieller pakistanischer Darstellung kam er nicht durch eine Militäraktion der Armee ums Leben, sondern als Sprengstoff in seinem Haus explodierte. In Geheimdienstkreisen hieß es dagegen, das Haus sei mit Raketen beschossen worden, möglicherweise unter Beteiligung der USA. Viele Al-Kaida-Anführer haben sich in die halb-autonomen Stammesgebiete Pakistans an der Grenze zu Afghanistan zurückgezogen. 2001 hatten die USA die in Afghanistan regierenden Taliban gestürzt. Diese weigerten sich, den von den USA wegen der Anschläge vom 11. September 2001 gesuchten bin Laden auszuliefern. (APA)

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    Dorfbewohner mit den Resten einer der Raketen.

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    Der vergrößerte Bildausschnitt zeigt das Typenschild

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