Deutschland: Download-Server-Ring zerschlagen

von Redaktion  |  09. Februar 2006, 13:05
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    In Deutschland wurde ein Download-Server-Ring ausgehebelt, auf dem mehr als sechs Terabyte Filmmaterial und Computerspiele angeboten wurden.

7.000 Filme sichergestellt - Fünf illegale Plattformen vom Netz genommen

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) hat in Zusammenarbeit mit Kriminalämtern, Staatsanwaltschaften und der Kripo Coburg einen Download-Server-Ring ausgehebelt, auf dem mehr als sechs Terabyte Filmmaterial und Computerspiele angeboten wurden. Umgerechnet bedeutet das eine Datenmenge von etwa 3500 bis 7000 Filmen. Mit diesem Schlag gegen Pay-Server setzt die GVU ihren Erfolg im Kampf gegen illegale Downloadservices fort. Der Zerschlagung des Netzwerkes waren monatelange Ermittlungen vorausgegangen. Sichergestellt wurden insgesamt fünf illegale Server, die sich in den Firmenräumen eines IT-Unternehmens in Coburg befanden. "Das war ein Schlag gegen die Szene. Natürlich ist der Kampf gegen die Piraterie immer ein "Hase und Igel-Spiel", aber wir sorgen zumindest dafür, dass die Kriminalität in dem Bereich nicht ausufert"; so Diane Gross, Pressesprecherin der GVU.

Kinofilme und und Computerspiele

Rund 1.000 Personen hatten Zugriff auf die ständig verfügbare Plattform, um sich gegen entsprechende Bezahlung - zwischen 30 und 140 Euro pro Monat - Raubkopien von Kinofilmen und Computerspielen illegal aus dem Netz zu ziehen. Derzeit laufen Nachfolgeuntersuchungen bei Betreibern in Berlin, Bremen, Deggendorf und der Schweiz, die durch die Beschlagnahmen bekannt geworden sind. Außerdem wurde die Wohnung eines 26-jährigen Mannes durchsucht, der sich geständig zeigte und dessen Computer mit dem Netzwerk in Verbindung stand. "Die wirklich Verantwortlichen ziehen sich nach solchen Schlägen meist erstmal zurück und basteln an neuen Technologien. Das dauert dann ein bisschen, bis sie sich wieder sicher fühlen und dann kommt eine neue Download-Plattform hervor", erklärte Gross.

Top-Server

In einschlägigen Kreisen galt die sichergestellte Download-Plattform als so genannter Top-Server, von denen es in Europa etwa 50 an der Zahl gibt. Auf diese Server werden sehr schnell nach bzw. schon vor der legalen Markteinführung große Mengen an Games, Filmen und Musik in guter Qualität von Szenemitgliedern zur Verfügung gestellt. In Deutschland wird diese "Piraten-Szene" auf etwa 300 Personen geschätzt. Zugang zu den Netzwerken haben nur jene, die sich einen bestimmten Ruf angeeignet haben und Referenzen oder Empfehlungen eines Dritten vorweisen können. Die Server sind durch umfangreiche Schutzmaßnahmen vor "unbefugten Zugriffen" gesichert und wechseln regelmäßig die IP-Adressen und Zugangsdaten.

Zwei Lager

Die Szene sei aufgeteilt in zwei Lager, die sich gegenseitig hassen, so Gross. Einerseits gebe es Computerfreaks, die das für ihre Community machen und bereitstellen würden, andererseits jene Leute, die damit Geld verdienen wollten. Die Schäden, die durch einen Download-Ring wie diesen in Coburg entstehen, seien nur sehr schwer abzuschätzen, da es sich um einen illegalen Markt handle. Die Filmindustrie habe für 2004 eine Schätzung über Schäden in Höhe von 1,6 Mrd. Euro aufgestellt. Die Akzeptanz für die Arbeit der GVU sei unter der Bevölkerung erstaunlich groß, weil sich die Institution nicht wie "die Ritter der Gerechten" aufspiele, sondern seriöse Ermittlungen durchführe und die Fälle an die Richter weiterleite, sagt Gross. Grundsätzlich herrsche beim Durchschnittsbürger ein hohes Bewusstsein über die Illegalität der Film- und Musikpiraterie, das Entdeckungsrisiko werde jedoch immer noch äußerst gering geschätzt. (pte)

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Fleg 
26.12.2005 12:10
Schon klar ..

.. Einschlägige Szene in Deutschland ~300 Personen.
.. Schaden von 1,6 Mrd (1.600.000.000) €.
-> Preis pro Film im Kino ca 7 Euro
-> Preis pro Film-DVD ca 25 Euro
-> Preis pro PC-Spiel ca 40 Euro

.. na da rechnen wir mal ..
Wieviele Filme oder Spiele müssten die denn downgeloaded haben? :o)

PS: Für die die zu faul zum rechnen sind.
a) 228.571.429 Filme solang sie im Kino sind.
b) 64.000.000 Filme auf DVD.
oder
c) 40.000.000 PC-Spiele

.. Ich weiß. In den Berechnungen der Industrie sind sicherlich auch andere als diese 300 Personen drinnen, trotzdem. Wieviele Personen bitte solln das denn machen um auf solch immense Mengen zu kommen?! .. einfach Lächerlich.

footy show
08.12.2005 03:17
grundsaetzlich

"Grundsätzlich herrsche beim Durchschnittsbürger ein hohes Bewusstsein über die Illegalität der Film- und Musikpiraterie..."

grundsaetzlich hat der durchschnittsbuerger UEBERHAUPT KEINE AHNUNG was da ueberhaupt passiert. otto normalverbraucher, gibt es so was im IT-bereich eigentlich?

rootsman
05.12.2005 10:48
... ist doch lächerlich ...

... katz und maus ...



cu,

l-egal
05.12.2005 07:54
lol

"Das war ein Schlag gegen die Szene" gottseidank räumens das in der nächsten Zeile wieder ein,...

denny_crane
04.12.2005 14:41

6 Terabyte - na wusch... :lol:

der Erich
04.12.2005 09:58
wenn man süchtig ist dann soll ma auch dafür bezahlen

wenn ich mir unbedingt jeden tag eine dvd reinziehen muss oder immer nur "meine" musik hören muss, dann muss ich auch dafür zahlen.

macht ja ein anständiger junky oder alkie auch. ;)
das ist natürlich nicht leicht zu kapieren, weils eben nicht immer so war. geht ma halt am strich um sich harry potter 5 leisten zu können.

Zap 0D
20.12.2005 22:19

Nö, ich bau mein Gras selber an und den Schnapps brenn ich auch selbst ;)

Thomasus 
04.12.2005 09:47
na ja

Also in diesem Artikel kommt die GVU doch als edele Ritter weg ups vielleicht auch Raubritter. Die sind doch von der Industrie gesponsort ...
Vielleicht haben die ja den Artikel auch breit kostenneutral den Medien zugespielt - spart ein Redaktuer wenn die Zeitung eh nicht schon der Industrie gehört.
Ich finde wer Raubkopieren im großen Mastab komerziell betreibt wirklich kriminel. Das aber von der Industrie gefördert (und auch durch Stimmungsmache in Medien) immer mehr Gesetze erlassen werden die Steuerzahlende normale Menschen kriminalisieren will einfach um Kotzen!

fidel quietsch 
04.12.2005 14:38
"will einfach umkotzen!"

ja, speib sie nieder, die bagage!

Fleg 
26.12.2005 12:11

juhu! Ma könnt mal nen "Kotz-Flash-Mob" gegen die Musik- und Filmindustrie und ihre Politischen Hanswürste veranstalten!!! :o)

ran tanplan 
04.12.2005 05:30
na da

bin ich aber froh, daß "seriöse Ermittlungen2 durchgefürt werden. ich war ja kurz beunruhigt, daß sich diese institution als "die Ritter der Gerechten" aufspielen könnte. jetzt kann ich beruhigt schlafen gehen.

coder24
04.12.2005 00:17
Raubkopien gegen Geld -

da hört der Spaß absolut auf! Das ist schlichtweg kriminell.

fidel quietsch
04.12.2005 01:40

ah, von dem Lager bist du also...

coder24
04.12.2005 02:22
Von welchem

Lager soll ich sein?

Bitte - ich hab kein Problem, wenn sich ein Schüler ein paar Sachen kopiert.

Aber diese Ärsche verkaufen die Leistung _anderer_, um ohne Eigenleistung zu Geld zu kommen - da hört sich der Spaß aber absolut auf!

T.h. omas 
12.12.2005 21:01
Naja, an sich eine Art Arbeit!

Die fälschen sich ja nicht von alleine, die Cover und die Labels und so weiter.....
Die verbringen eine Menge Zeit mit diesem "Nebenjob"?

Hochgerechnet ist der Stundenlohn bestimmt eher miserabel.

;o)

fidel quietsch 
04.12.2005 14:35
siehe letzten Absatz...

..."Die Szene sei aufgeteilt in zwei Lager, die sich gegenseitig hassen"

RH84  
04.12.2005 12:40

Ich hab auch ein Problem damit, wenn sich ein Schüler Windows + Office + Visual Studio + Photoshop + Acrobat + ... im Wert von zig tausend Euro kopiert und damit nicht nur Microsoft und Adboce um diesen Betrag schädigt, sondern auch noch Open Source-Produkte schädigt, indem er sie NICHT verwendet und damit nichts zu ihrem Bekanntheitsgrad und auch nichts zu ihrer Verbesserung beiträgt. Jeder Schüler kann ein freies Betriebssystem + OpenOffice + Glade + Scribus legal verwenden - aus diesem Grund habe ich KEIN Verständnis!

T.h. omas 
12.12.2005 21:09
An sich nachvollziehbar, aber den Betrag der Schädigung habe ich nicht verstanden....

Inwieweit schädigt er MS oder Adobe oder oder oder, wenn er deren Software runterlädt, statt Open Source zu nutzen?
In beiden Fällen wäre der Umsatz null. Und es gibt ernstzunehmende Untersuchungen, wonach er die großen Labels nicht schädigt, sondern geradezu deren Software unverzichtbar macht. Netzwerkökonomie-Effekt.
Je verbreiteter eine Software ist -egal auf welchem Wege- desto dringernder wird es für gewerbliche und andere profesionelle Nutzer, diese lizenziert (und damit supported) zu nutzen. Leiseste Kompatibilitätsprobleme können hier nämlich sehr teuer oder im besten Fall einfach enorm lästig werden.

Jakob der Schwitzer 
04.12.2005 23:00
Ist ja toll für die schüler

wenn sie SW verwenden dürfen die im Berufsleben niemand verwendet...

Sonstwer
06.12.2005 19:09
tschuldigung Linux???

sehr viele Arbeitgeber würden sich drüber freuen jemanden zu bekommen, der sich gut mit Linux auskennt

RH84  
04.12.2005 23:20

Die Frage ist, ob man in der Schule ausschließlich "für die Wirtschaft" lernt, oder ob man auch den Aspekt bedenkt, dass auch Schüler, die wirklich Innovatives (OO) lernen, mal in der Wirtschaft tätig und verantwortlich sein werden...

Taran Seven
05.12.2005 17:51
Eben! Die Schüler sollen Opensource verwenden.

Leider ist das nicht immer so möglich, so habe ich z.B. gehört, das in einer HTL die Rechner mit Windows ausgestattet wurden und ein Vertrag mit der Regierung vorliegen soll das den Lehrern den Einsatz von Linux sei es als Server oder als Unterrichtsarbeitsstation verbietet. Dafür soll die Schule gratis oder extrem billig ausgestattet worden sein. Der LEhrer sagte, das die Schule bzw. die entsprechenden Lehrer wegen Vertragsverletzung zur Pönale verklagt werden würden, wenn sie mit anderen als MS-Betriebssystemen erwischt würden.

T.h. omas 
12.12.2005 21:03
Na, das wäre doch ein Ansatz,

einen Unix oder Linux-Emulator für Windows zu schreiben.....
Aber ehrlich: Wundern würd mich das nicht....

Keine Keine
15.12.2005 13:57

also VMware !?

Thomas Neuhauer
04.12.2005 20:24
Unsinn.

Die Schüler haben dieselben Probleme, wie auch die Büros - und das oft noch ärger:

Mit OpenOffice & Co. sind sie einfach inkompatibel zu ihren Mitschülern. Und so ist es nur zu verständlich, dass sie keine Open Source Software verwenden. Es sind eben nicht alles Zeloten und das ist auch durchaus verständlich.

Nicht falsch verstehen bitte: Auch ich bin ein Verfechter von Open Source, ich verwende selbst kaum etwas anderes. Aber dass die meisten Leute den Weg des geringsten Widerstandes gehen, ist nur zu gut zu verstehen.

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