Kwasniewski: Möglicherweise CIA-Flugzeuge in Polen gelandet

4. Dezember 2005, 19:48
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Präsident unterscheidet: EU-Mitglieder mit "Midlife-Crisis" und Länder, die "verliebt in Europa" sind - Österreich "in der Mitte"

Wien - Der polnische Staatspräsident Aleksander Kwasniewski hat in Wien bestritten, dass es in seinem Land Gefängnisse des US-Geheimdienstes CIA gibt. Während seiner zehnjährigen Amtszeit sei er vom polnischen Geheimdienst immer gut informiert worden, erklärte Kwasniewski der "ZiB 3" in der Nacht auf Samstag. Daher könne er mit Sicherheit sagen: "Solche Geheimgefängnisse gibt es auf polnischem Gebiet nicht und wir haben auch keine solchen Gefangene." Möglicherweise seien in Polen aber CIA-Flugzeuge gelandet. Allerdings wisse er, Kwasniewski, nichts davon. Medien hatten berichtet, dass in Polen und Rumänien US-Geheimgefängnisse eingerichtet worden waren.

"Altes und neues Europa"

Angesprochen auf den von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld getätigten Ausspruch eines "alten und neuen Europas", sagte der scheidende Präsident, dass er von dieser Unterscheidung nicht viel halte. Polen sei "Teil des alten traditionellen Europas", auch wenn es ein neues EU-Mitglied ist. "Wir haben in der EU Mitglieder mit einer typischen Midlife-Crisis und dann gibt es solche, die verliebt sind in Europa", sagte Kwasniewski. Österreich sei "genau in der Mitte". Es sei daher gut, dass Österreich mit der Übernahme der EU-Präsidentschaft nächstes Jahr eine wichtige Rolle spiele.

Abschiedsbesuch

Kwasniewski war am Freitag auf Abschiedsbesuch in Österreich. Kwasniewski übergibt sein Amt am 23. Dezember an seinen designierten Nachfolger, den rechtskonservativen Politiker Lech Kaczynski. Er selbst werde dann "ein freier Mann" sein, sagte Kwasniewski. Wenn er Angebote bekomme, werde er sie prüfen. Auch Angebote aus der Politik: "Politik ist nicht nur Beruf, sondern auch Hobby, und manchmal auch eine Art Sucht. Das ist das Problem." (APA)

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