US-Bürgerrechtler wollen CIA wegen Geheimgefängnissen verklagen

6. Dezember 2005, 16:05
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Mutmaßliche Verschleppung eines "völlig unschuldigen Opfers"

Washington/Frankfurt/Main - Die US-Bürgerrechtsorganisation ACLU will den Geheimdienst CIA wegen der mutmaßlichen Verschleppung von Terrorverdächtigen in Geheimgefängnisse verklagen. Die Organisation kündigte am Freitag in New York an, sie werde die Klage am Dienstag bei einem Gericht im US-Bundesstaat Virginia einbringen.

Die Klage beziehe sich auf den Fall eines "völlig unschuldigen Opfers", das von der CIA entführt, unter Drogen gesetzt, geprügelt und in ein Geheimgefängnis in Afghanistan gebracht worden sei. Der Mann sei schließlich ohne Anklageerhebung wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Dessen Name und Nationalität gab die ACLU zunächst noch nicht bekannt.

In der Klage heißt es, oberste Führungskader der CIA hätten die Entführung und Misshandlung des Mannes autorisiert. Angeführt wird auch, dass die Unternehmen, welche die für die CIA-Aktionen verwendeten Flugzeuge betrieben hätten, mitverantwortlich seien.

Presseberichte über geheime CIA-Gefangentransporte sowie verborgene Gefängnisse des Geheimdiensts in Osteuropa und anderen Teilen der Welt hatten in den vergangenen Wochen zu einer Belastung der transatlantischen Beziehungen geführt. Die britische EU-Ratspräsidentschaft forderte in einem Brief an die US-Regierung formell Aufklärung über die Vorwürfe. Die Antwort aus Washington steht noch aus, wurde aber versprochen. (APA)

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