EU bedauert Tausendste Hinrichtung in den USA

6. Dezember 2005, 07:40
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"Wir betrachten diese Strafe als grausam und unmenschlich" - Bush: Wirksame Abschreckung - Wenn sie "fair und rasch" vollstreckt wird

Brüssel - Die EU hat am Freitag ihr Bedauern über die 1.000. Hinrichtung in den USA seit Wiedereinführung der Todesstrafe 1976 ausgedrückt. "Die EU ist gegen die Todesstrafe", heißt es in einer Erklärung der britischen Regierung, die die EU-Ratspräsidentschaft innehat.

Die US-Regierung und die Einzelstaaten werden aufgerufen, die Todesstrafe auszusetzen. "Wir betrachten diese Strafe als grausam und unmenschlich." Der Doppelmörder Kenneth Lee Boyd wurde am Freitag in North Carolina per Giftspritze getötet.

Bush: Wirksame Abschreckung

Präsident George W. Bush hat hingegen am Freitag erneut bekräftigt, dass er die Todesstrafe nach wie vor "stark unterstützt". Der Präsident sei der Überzeugung, dass diese Form der Höchststrafe dabei helfe, "unschuldige Menschenleben zu retten", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, am Freitag in Washington.

Wenn die Todesstrafe "fair und rasch" vollstreckt werde, könne sie zur Abschreckung beitragen. Der Sprecher hob allerdings auch hervor, dass sich der Präsident für die Ausweitung von DNA-Analysen ausgesprochen habe, um die Verurteilung unschuldiger Menschen zu verhindern.

Zwar zeigen Umfragen, dass weiterhin zwei Drittel der Bürger diese Strafform unterstützen. 1994 waren es allerdings noch 80 Prozent. Außerdem unterstützen nur noch 50 Prozent die Todesstrafe, wenn ihnen in den Umfragen als Alternative die lebenslange Haft ohne Bewährung genannt wird.

Die Zahl der Todesurteile in den USA hat sich seit den späten 90er Jahren halbiert. Die Zahl der Exekutionen sank seit 1999 um 40 Prozent. In jenem Jahr wurden 98 Menschen hingerichtet, im vergangenen Jahr 59. Derzeit warten noch mehr als 3000 Häftlinge in den USA auf ihre Hinrichtung. (APA)

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