Osthoff-Entführung: Al Sadr ruft zur Freilassung auf

3. Dezember 2005, 10:32
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Radikaler Schiitenprediger: "Ehrenhaftigkeit des irakischen Volkes unter Beweis stellen"

Najaf - Der radikale Schiiten-Prediger Moktada al-Sadr hat die Entführer der deutschen Archäologin Susanne Osthoff dazu aufgerufen, ihre Geisel sofort freizulassen. Die Entführung widerspreche "den Prinzipien des Islams, der zu Keuschheit, Frieden und Toleranz aufruft", erklärte al-Sadr am Freitag in der schiitischen Pilgerstadt Najaf.

"Ich rufe die Entführer dazu auf, sie freizulassen, und damit die Ehrenhaftigkeit des irakischen Volkes unter Beweis zu stellen", hieß es in einer Erklärung seines Büros. Die Deutsche sei eine "Freundin des irakischen Volkes" und "von Anfang an gegen den Krieg gegen den Irak" gewesen. Al-Sadr hat vor allem Einfluss unter ärmeren irakischen Schiiten.

Bereits am Donnerstag hatte sich nach Medienberichten der sunnitische Rat der Religionsgelehrten, der schon zur Freilassung anderer ausländischer Geiseln beigetragen hat, für Osthoff stark gemacht. Das Auswärtige Amt in Berlin bemüht sich fieberhaft, um einen Kontakt zu den Entführern. Unklar ist, ob die 43-Jährige und ihr irakischer Fahrer vor einer Woche von radikalen Islamisten oder von Kriminellen verschleppt wurden. (APA/dpa)

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