Neuer "Traumjob" für Haupt

5. März 2006, 19:34
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Herbert Haupt könnte der erste Behindertenanwalt Österreichs werden

Bewerben kann man sich noch bis zum 16. Dezember, aber der Favorit für den Job steht fest: Ex-Vizekanzler und Sozialminister Herbert Haupt (BZÖ) hat allerbeste Chancen, der erste Behindertenanwalt Österreichs zu werden.

Mit dem neuen Bundesbehindertengesetz, das ab 1. Jänner 2006 in Kraft tritt, schuf die Regierung nämlich auch den Posten eines "Bundesanwalts für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen". Praktischerweise obliegt die Bestellung Parteifreundin und Amtsnachfolgerin Ursula Haubner.

Maßgeschneidert

Ihr Stellengesuch, das sie am 23. November in der Wiener Zeitung aufgegeben hat, liest sich jedenfalls wie maßgeschneidert für Haupt. "Abgeschlossenes Studium", "Führungs- und Managementerfahrung", "umfassende Kenntnisse und Erfahrungen auf den Gebieten der Belange von Menschen mit Behinderung", "überdurchschnittliches Engagement", "Reisebereitschaft und internationale Erfahrung" - all das kann man Haupt, der selber nach seinem schweren Autounfall Invalide ist, nicht absprechen. Zudem legt die Ausschreibung fest, dass Bewerber mit Behinderung bei gleicher Eignung vorzuziehen sind.

Nicht festgelegt ist, was der neue Anwalt verdienen wird. Das ist laut Gesetz Verhandlungssache zwischen Haubner und Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Haupt selber macht kein Geheimnis draus, dass dieser Posten sein "Traumjob" ist: "Ich werde mich bewerben". SPÖ-Behindertensprecherin Christine Lapp wundert sich: "Haupt hätte schon als Minister genug Zeit gehabt, Ungerechtigkeiten für Behinderte zu beseitigen. Das ist reiner Postenschacher." (DER STANDARD, Printausgabe 3./4.12.2005)

Von Barbara Tóth
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