SkyEurope will 2007 positives EBIT

8. Dezember 2005, 17:43
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Mandl: Werden Wettkampf gegen Ryanair aus Bratislava gewinnen - Rückzug von Hedge Fonds aus Osteuropa belastete Aktie nach Börsegang

Wien - Die slowakische Billigfluggesellschaft SkyEurope, die seit Ende September an den Börsen Wien und Warschau notiert, will 2007 operativ Gewinne schreiben. "2006 werden wir ein positives EBITDAR (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Flugzeugmieten, Anm.) erreichen, 2007 ein positives EBIT", erklärte SkyEurope-Chef Christian Mandl am Freitag vor Analysten in Wien. In der nächsten Geschäftsperiode 2005/06 (per 30. September) soll sich die Zahl der Passagiere von einer auf 2,5 Millionen erhöhen.

Erst am vergangenen Mittwoch veröffentlichte die Gesellschaft vorläufige Ergebnisse für 2004/05: Das bereinigte Konzernergebnis belief sich demnach auf -28,6 Mio. Euro nach -10,1 Mio. Euro in der Periode davor. Das bereinigte Betriebsergebnis (EBIT) wurde mit -31,4 (-13,5) Mio. Euro angegeben. Die Umsätze haben sich auf 112,7 (2003/04: 52,6) Mio. Euro mehr als verdoppelt.

Allerdings soll das erste Halbjahr 2005/06 "auf Grund saisonaler Effekte nicht an den Erfolg des 4. Quartals anschließen können", teilte die im September 2001 gegründete Gesellschaft mit. Im jüngsten Quartal wurde ein EBIT von 0,3 Mio. Euro erzielt, bereinigt um einmalige Stornokosten von 2,1 Mio. Euro durch die Ausmusterung von Embraer-Flugzeugen ergibt sich ein EBIT von 1,8 Mio. Euro.

"Günstigere Kostenstruktur"

"Wir haben eine günstigere Kostenstruktur als Ryanair und EasyJet", erklärte Mandl. Alle drei Airlines bedienen den Flughafen Bratislava/Pressburg. Auf der Strecke nach London/Stansted und Mailand/Bergamo konkurrieren die Slowaken mit Ryanair, die übrigen 19 Destinationen betreibe man "ohne Konkurrenz", so Mandl. Vom Mitbewerb lässt er sich nicht einschüchtern: Auf der London-Verbindung würden unterschiedliche Zielgruppen angesprochen, und die von mehr Business-Gästen frequentierte Strecke nach Mailand "werden wir gewinnen".

Beim künftigen Eigentümer für den gerade zur Privatisierung ausgeschriebenen Flughafen Bratislava hat Mandl keine Präferenzen: "Unser Vertrag läuft bis 2012, von der Kostenseite wird sich nichts ändern." Positiv sei, dass sich alle Bieter für starke Investitionen ausgesprochen hätten. Das Bieterkonsortium um den Flughafen Wien hätte angesichts einer geplanten Schnellzugverbindung (CAT) durchaus Fantasie: "Ich glaube nicht, dass Wien und Bratislava Konkurrenten sind", sagte Mandl. Auch die anderen bietenden Airports (Köln/Bonn, Istanbul und London/Luton) hätten dank ihrer Erfahrung "etwas zu bieten".

Im nächsten Jahr will SkyEurope auch die Treibstoffkosten - rund 40 Mio. Euro im vergangenen Jahr - am Terminmarkt absichern. Das sei bisher aus strukturellen Gründen nicht möglich gewesen.

"Jahr der Konsolidierung"

Nach dem "Jahr der Investitionen" 2005 soll jetzt ein "Jahr der Konsolidierung" kommen. Nur noch 20 (2004/05: 40) Prozent der Flüge sollen auf neu aufgenommenen Strecken stattfinden, der Rest auf dem bestehenden Netz. Im Rahmen einer "Winterinitiative" werden ab morgen, Samstag, erstmals auch Flüge von/nach Österreich angeboten, konkret die Ziele Salzburg (nach Barcelona, Manchester, Warschau) und Innsbruck (Amsterdam, Paris).

Mittelfristig könnten auch neue Ziele in Osteuropa dazukommen: "Westeuropa hat 380 Millionen Einwohner, Osteuropa einschließlich der Ukraine, Russland und der Türkei 570 Millionen", sagte Mandl. Konkret sind Ziele in den drei genannten Ländern aber vorerst nicht geplant.

Auf Anfrage nennt Mandl auch den Grund, warum nach dem Börsegang im September eine vorgesehene Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) über 1,18 Millionen Aktien nicht gezogen wurde: "Zu dieser Zeit haben internationale Hedge Fonds eine Milliarde Euro aus der Region abgezogen". Für den SkyEurope-Gründer kein Pech, "sondern ein Glück, dass wir den Börsegang nicht drei Wochen später hatten".

Die SkyEurope-Aktie notiert am Freitagnachmittag an der Wiener Börse mit 4,75 Euro, um 5,6 Prozent über dem gestrigen Schlusskurs. Ende September war die Aktie zum Emissionspreis von 6 Euro auf den Markt gekommen. Durch die Ausgabe von 10 Millionen junger Aktien aus einer Kapitalerhöhung erhielt die Airline 60 Mio. Euro an frischem Geld. Das Papier war mehr als zweifach überzeichnet. (APA)

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