USA: Sinkende Energiepreise unterstützen den Markt

7. Dezember 2005, 11:33
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Ein Kommentar von Alexander Sikora-Sickl aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Der US-Aktienmarkt tendierte in der abgelaufenen Handelswoche seitwärts. Zunächst belasteten vor allem Zinsängste infolge positiver Konjunkturdaten den Markt. So konnte das Konsumentenvertrauen den kräftigsten Anstieg seit zwei Jahren verzeichnen, die Konsumausgaben und Auftragseingänge in der Industrie zeigten ebenfalls Zuwächse.

Positiv wurden des Weiteren die jüngsten BIP-Zahlen und Arbeitsmarktdaten gemeldet. Auch der ISM-Index weist auf einen expansiven Konjunkturverlauf hin.

Unterstützung erhielt der Markt einmal mehr von den Energiepreisen. Heizöl notierte auf dem tiefsten Stand seit vier Monaten, die Lagerbestände der USA dürften ausreichen, um die Nachfrage während des Winters zu befriedigen.

Gemischte Auswirkungen auf den Markt hatten die Umsätze des Einzelhandels am ersten Adventwochenende. Die Einzelhandelsumsätze konnten in Summe zwar deutlich gesteigert werden (+22% gegenüber 2004), davon profitierten jedoch fast ausschließlich Discounter wie WalMart oder Internethändler. Klassische Einzelhändler wie Federal Department Stores (u.a. Betreiber von Bloomingdale) hingegen berichteten von einem schleppenden Geschäftsgang an diesem ersten wichtigen Einkaufwochenende vor Weihnachten.

Auf Unternehmensseite überraschte diese Woche der Pharmakonzern Merck negativ. Infolge des Auslaufen des Patentes des umsatzstärksten Medikamentes (Zocor) und der zu erwartenden Konkurrenz durch Generika gab das Unternehmen eine Gewinn- und Umsatzwarnung für heuer und für 2006 ab. Google geriet unter Abgabedruck, da Gerüchten zu Folge eine Beteiligung an AOL geplant sei. Anleger befürchten durch einen solchen Schritt eine Beeinträchtigung der Wachstumsdynamik bei Google.

Kursverluste verzeichneten einmal mehr General Motors und Ford. Die November-Zahlen zeigen, dass sich einerseits die Autoverkäufe in den USA neuerlich rückläufig entwickelt haben. Darüber hinaus verloren beide Unternehmen zum wiederholten Mal Marktanteile an die Konkurrenz aus Asien. Zur Schwäche neigte schließlich auch Tiffany. Der Juwelier meldete eine enttäuschende Umsatzentwicklung für das abgelaufene Quartal.

Das Marktumfeld ist trotz zuletzt fehlender positiver Unternehmensmeldungen aus unserer Sicht weiterhin freundlich einzustufen. Wichtig erschient uns vor allem, dass sich die wirtschaftliche Dynamik anhaltend robust darstellt. Auch teilen wir die Meinung des Marktes nicht, wonach ein noch länger andauernder Zinserhöhungszyklus zu erwarten ist. Dagegen sprechen in erster Linie Beruhigungstendenzen am US Housing Markt. Unserer Ansicht nach stehen noch maximal zwei Zinserhöhungen (Dezember und Jänner) an. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass in Kürze wieder die positiven volkswirtschaftlichen Kennzahlen den Ton am Markt angeben sollten. Auf Wochensicht rechnen wir daher mit festeren Kursen.

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