Europa: Stabiler Verlauf trotz Leitzinserhöhung

7. Dezember 2005, 11:33
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Ein Kommentar von Jürgen Ulamec aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Die Berichtsaison zum 3. Quartal ist nun endgültig vorüber. Nachdem die EZBZinsentscheidung - mit einer Anhebung der Leitzinsen auf 2,25% - keine Überraschung darstellte, zeigte sich der Verlauf der Märkte in der abgelaufenen Handelswoche weiter stabil.

Im Stoxx-Branchenvergleich konnten somit wieder die meisten Branchen zulegen. Im Schnitt am besten liefen die Werte aus den Bereichen Versicherungen, Haushaltsprodukte und Auto/Autozulieferer. Schwach liefen die Finanzservicetitel (ex Banken und Versicherungen). Von den Nachrichten her konnte man gemischte Meldungen vernehmen. Der sofortige Zusammenschluss von Deutscher Telekom und T-Online ist gestoppt. Klagen von Kleinanlegern, die gegen das ihrer Meinung nach zu niedrige Angebot protestierten, seien nicht unbegründet, urteilte das Landgericht Darmstadt.

Nachdem die Münchner Rück ankündigte sich von Unicredito-Aktien im Wert von einer Milliarde Euro zu trennen und sie bei der italienischen Bank zwei Aufsichtsratsmitglieder bestellen wird, stieg der Kurs im Wochenvergleich um plus 7%. Ein Kursminus gab es für die Aktien von ThyssenKrupp. Nach dem freundlichen Übernahmeangebot an Dofasco könnte es mit Arcelor noch zu einer Bieterschlacht kommen. Darüber hinaus stufte die Ratingagentur S&P die Bonität von ThyssenKrupp herab.

Ebenfalls ein Übernahmeangebot erhielt die dänische Telekomgesellschaft TDC. Ein Private-Equity-Konsortium stellte eine Offerte über US$ 15,3 Mrd. British Airways kündigte an, bis März 2008 600 Stellen im Management abbauen zu wollen. Dadurch alleine sollen bis zu GBP 50 Mio. p.a. eingespart werden.

Mit Spannung wurde der Börsegang des weltweit drittgrößten Satellitenbetreiber Eutelsat erwartet. Der Ausgabepreis wurde mit 12 Euro/Aktie am unteren Ende der Preisspanne festgesetzt. Der Preis der Erstnotiz wird Freitag Nachmittag aufgrund der Nachfrage über dem Ausgabepreis erwartet.

Da für die nächste Handelswoche keine überraschenden Konjunktur- und/oder Unternehmensdaten erwartet werden, gehen wir von einem weiterhin stabilen Markt aus.

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