Teurer Vizekanzler

5. März 2006, 19:34
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Gorbach soll bis Jahresende über 840.000 Euro verbraucht haben

Auf Vizekanzler Hubert Gorbach (BZÖ) lastet derzeit viel: Er hat nicht nur die strategische und organisatorische Neuausrichtung der Orangen zu verantworten, sondern bekommt auch laufend Druck aus Kärnten, das BZÖ stärker ins Gespräch zu bringen. Zuletzt probierte er es wieder einmal mit dem klassischen Herren-Gaspedalthema "Tempo 160". Davor versuchte er, mit einem programmierten Aufreger Profil zu zeigen: als Schaukämpfer gegen die Privilegien der ÖBB-Bediensteten.

Im Alleingang lassen sich solch vielfältige Aufgaben nicht bewältigen. Gorbachs Personalkosten stiegen in den letzten drei Jahren kontinuierlich an. Dem grünen Abgeordneten Karl Öllinger gelang es nun erstmals, die Jahresbudgets Gorbachs herauszufiltern: Verbrauchte Gorbach im Jahr 2003 für sein Ministerbüro noch 739.874 Euro, waren es 2004 schon 919.254 Euro. Heuer kostete ihm sein Personal bis zum Stichtag 30. September 2005 632.192 Euro, hochgerechnet werden es zum Jahresende 840.815 Euro sein - also sogar etwas weniger als letztes Jahr.

Anders beim Vizekanzlerkabinett: Hier gibt es eine stetige Steigerung: Von Oktober 2003, als er Vizekanzler wurde, bis Dezember 2003 beliefen sich die Mitarbeiterkosten auf 37.704 Euro, im Jahr 2004 waren es dann 230.608 Euro. Heuer summierte sich das Personalbudget bis September schon auf 311.606 Euro. Für Öllinger ist die Situation klar: "Hier wird orange Überlebensarbeit auf Kosten der Steuerzahler geleistet. Unglaublich, dass die ÖVP das einfach so zur Kenntnis nimmt." Gorbach wollte dazu nichts sagen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.12.2005)

Von Barbara Tóth
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    Gorbach fährt teuer

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