Iraker aus Sicherheitslehrgang in Deutschland vermisst

5. Dezember 2005, 09:48
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Innenministerium: Keine Anhaltspunkte für Zusammenhang mit Entführung von Susanne Osthoff

Berlin - Ein irakischer Teilnehmer einer Polizisten- und Richterausbildung in Deutschland ist verschwunden. Der Iraker habe sich bei einer Exkursion am Samstag zu eigenen Aktivitäten abgemeldet und sei seither nicht wieder zurückgekehrt, teilte das Innenministerium am Freitag in Berlin mit. Die Behörden täten alles, um den Aufenthaltsort des Vermissten zu ermitteln.

Es gebe keine Anhaltspunkte für einen Zusammenhang mit der Entführung einer Deutschen im Irak, ein Verbrechen, einen terroristischen Hintergrund oder einen Unfall. Bei seiner Rückkehr werde der Mann im Alter von Anfang 30 sofort in den Irak zurückgeschickt. Der Kurs laufe Ende Dezember aus.

Ausbildungsprogramm

Deutschland beteiligt sich wie andere europäische Staaten an der Ausbildung von insgesamt 770 hochrangigen Sicherheitsbeamten oder Richtern aus dem Irak. Von den insgesamt über 20 Lehrgängen hat Deutschland dem Ministerium zufolge zwei übernommen. Die Auswahl der Iraker erfolge durch die EU-Mission in Bagdad und in Abstimmung mit dem irakischen Innenministerium. Jeder Teilnehmer wurde vor der Einreise auch auf terroristische Kontakte überprüft, sagte der Sprecher. Die Iraker lebten zu ihrem Schutz in Deutschland in einer umzäunten Kaserne der Bundespolizei. Nach Dienstende könnte sie sich aber frei bewegen.

Der Berliner "Tagesspiegel" hatte berichtet, das Bundeskriminalamt suche einen irakischen Polizisten namens Mushtaq K. - In Sicherheitskreisen werde nicht ausgeschlossen, dass es sich bei ihm um einen Sympathisanten der gewaltbereiten Islamisten im Irak handle, schreibt das Blatt. Die irakischen Sicherheitskräfte seien nach Einschätzung von Experten von Extremisten unterwandert. (APA/Reuters)

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