Deutschland verbietet FCKWs in Arzneimitteln

9. Dezember 2005, 16:34
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Berlin/Wien - Die ozonschädlichen Stoffe FCKW sind künftig auch in Arzneimitteln wie Asthmasprays in Deutschland verboten. Wie Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und Umweltminister Sigmar Gabriel (beide SPD) am Freitag in Berlin mitteilten, dürfen die Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe ab 1. Jänner 2006 nicht mehr in Medikamenten verwendet werden. Mit dem Verbot nehme Deutschland weltweit eine Vorreiterrolle ein. In Österreich sind nur noch vereinzelt solche Produkte auf dem Markt. Die FCKWs in Asthmasprays etc. tragen nur zu 0,1 Prozent zu den weltweit emittierten Mengen dieser Ozonkiller bei.

Gemäß dem Montrealer Protokoll sind seit 1995 in der EU und in allen Industrieländern Herstellung und Verbrauch von FCKW verboten. Es gab aber bisher Ausnahmeregelungen für Arzneimittel zur Behandlung schwerer Krankheiten, bei denen der Einsatz von FCKW als Treibgas zwingend notwendig war. Hierzu gehörten Asthma und so genannte chronisch-obstruktive Atemwegserkrankungen. Inzwischen gebe es für Asthmasprays aber Alternativen wie Pulverinhalatoren oder andere Treibmittel, erklärte die deutsche Ministerin Ulla Schmidt.

"Wir haben beispielsweise schon alle Dosieraerosole bis auf eines von FCKWs umgestellt. Es gibt bei den Originalherstellern nur noch wenige auf dem Markt", erklärte am Freitag ein Experte des Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim Österreich gegenüber der APA. FCKWs aus Arzneimitteln tragen weltweit nur in einem Anteil von 0,1 Prozent zum Ausstoß der Ozonschicht-schädigenden Substanzen bei. Ein direktes Verbot dieser Anwendung ist in Österreich derzeit nicht vorgesehen. Immer mehr der Asthma-Medikamente zum Inhalieren werden als Pulver-Inhalation angeboten. "Bei dieser Anwendungsform ist auch die Deposition des Wirkstoffs in der Lunge besser", sagte der Chef der Lungenabteilung am Salzburger LKH, Univ.-Doz. Dr. Michael Studnicka. (APA)

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