AK-Tumpel: 400.000 Arbeitslose im Winter

20. Dezember 2005, 11:50
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Arbeiterkammer, Gewerkschaft und Opposition kritisieren Arbeitsmarktpolitik der Regierung - VP-Stummvoll sieht erfreulichen Lehrstellen-Zuwachs

Wien - Heftige Kritik an der Arbeitsmarktpolitik der Regierung kam am Freitag von Arbeiterkammer (AK), Gewerkschaft und Opposition. "Ich befürchte 400.000 Arbeitssuchende im Winter", so Tumpel am Freitag nach der Veröffentlichung der aktuellen Arbeitsmarktdaten für November. Tumpel verlangt von der Regierung endlich Maßnahmen, die unmittelbar Beschäftigung und Wachstum ankurbeln.

Die Arbeitslosigkeit steige deswegen permanent, weil die Regierung mit ihren Aktionen auf halbem Weg stehen geblieben sei, so ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch. Die Gegenmaßnahmen der Regierung im Kampf gegen die ausufernde Arbeitslosigkeit seien unzureichend. Ausbildungsmaßnahmen seien zwar gut und notwendig, aber die Menschen in Österreich bräuchten auch Arbeitsplätze.

Investitionen in die Infrastruktur gefordert

Arbeiterkammer und Gewerkschaft fordern Infrastrukturinvestitionen. Aus dem am 1. Mai versprochenen Vorziehen von 300 Mio. Euro für Infrastrukturinvestitionen sei bis jetzt nichts geworden, kritisiert Tumpel.

Die Regierung sei nicht in der Lage, eine Trendwende am Arbeitsmarkt einzuleiten, kritisiert SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures: "Noch nie waren so viele Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen, und noch nie war eine Regierung so ideenlos und planlos wie die Regierung Schüssel". Seit November 2000 habe Schüssel die Arbeitslosenzahlen um 90.000 in die Höhe getrieben. Bei den Jugendlichen gab es seit dem Jahr 2000 einen Anstieg um 26.685 beziehungsweise um 70 Prozent. "Die Wende, für die Schüssel verantwortlich ist, war die von einer Politik der Vollbeschäftigung zur Rekordarbeitslosigkeit."

Von knapp 44.000 arbeitslosen Jugendlichen sind 9.500 schon länger als ein Jahr ohne Job, so der stellvertretende Klubobmann und Sozialsprecher der Grünen, Karl Öllinger. Diesen jungen Menschen drohe eine längere Karriere in der Arbeitslosigkeit als im Beruf. "Wohin derartige Verhältnisse führen, haben die Unruhen in Frankreich gezeigt. Die Untätigkeit der Regierung schafft Wut, Hass und Verzweiflung. Bartenstein, Schüssel & Co verbauen einer ganzen Generation den Weg in die Gesellschaft", so Öllinger weiter. Der Grüne Abgeordnete forderte einmal mehr die Umsetzung der so genannten "Aktion 10.000".

Stummvoll sieht erfreulichen Lehrstellen-Zuwachs

Die Situation am Arbeitsmarkt werde von der Bundesregierung sehr ernst genommen und bilde deshalb auch den Schwerpunkt der Regierungsarbeit, kontert ÖVP-Finanzsprecher Günter Stummvoll. Erfreulich an den aktuellen Arbeitsmartdaten seien der Anstieg der offenen Lehrstellen, die Rekordbeschäftigung die kürzere Verweildauer in der Arbeitslosigkeit und der Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit. (APA)

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