Golfstrom stark abgeschwächt

2. Dezember 2005, 12:30
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Erste Indizien für Horrorszenario

London/Montreal - Die gewaltige atlantische Meeresströmung, die Nordeuropa mildes Klima bringt, verlangsamt sich. Was Computerprogramme seit Jahren vorhersagen und Hollywood als Vorlage für Katastrophenfilme dient, haben Messungen britischer Forscher nun bestätigt.

Das Strömungssystem, das wie eine riesige Umwälzpumpe warmes Wasser in den Nordatlantik bringt und kälteres Wasser wieder in südlichere Breitengerade transportiert, habe sich seit 1957 um etwa 30 Prozent abgeschwächt. Das berichten der Ozeanograph Harry Bryden und Kollegen vom britischen Zentrum für Ozeanographie in Southampton im Fachmagazin "Nature".

Sein Team untersuchte dazu Wasserproben, die 1957, 1981, 1992, 1998 und 2004 entlang des 25. Breitengrades in verschiedenen Wassertiefen entnommen wurden. Sie fanden zwar keine direkte Veränderung des Golfstroms, dessen warmes Wasser sich in geringer Tiefe nordwärts bewegt, stellten aber fest, dass sich die Umwälzbewegung verlangsamt hat. Damit droht Europa eine massive Abkühlung. Die 30-Prozent-Schätzung ist jedoch unpräzise.

Fachleute in den USA sahen sich am Mittwoch zu eindringlichen Warnungen veranlasst: Die Hurrikan-Saison 2006 könne mindestens so arg werden wie die diesjährige. Und die war die schlimmste seit 154 Jahren. Der Tropensturm "Delta" hat inzwischen schwere Schäden auf der Kanareninsel Teneriffa, vor allem in der Hauptstadt Santa Cruz, angerichtet. (dpa, Reuters, DER STANDARD, Print, 1.12.2005)

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