Ruandas Präsident Kagame erörterte mit Bundespräsident Fischer EU- und AU-Entwicklung

13. Dezember 2005, 11:32
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Darfour-Krise und Entwicklungszusammenarbeit weitere Themen

Wien - Bundespräsident Heinz Fischer hat heute, Freitag, den Präsidenten von Ruanda, Paul Kagame, in der Hofburg zu einem Gespräch empfangen. Kagame, der sich zur UNIDO-Generalkonferenz in Wien aufhält, berichtete dem Bundespräsidenten über die innenpolitische Situation in seinem Land und die Aktivitäten der Organisation der Afrikanischen Union (AU), wie dessen Sprecher Bruno Aigner der APA mitteilte. Fischer habe seinen Gast über die Vorhaben der österreichischen EU-Präsidentschaft und die Entwicklungen in der Europäischen Union informiert.

Auch die anhaltende Krise im sudanesischen Gebiet von Darfur (Darfour) war ein Gesprächsthema. Erst kürzlich hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan beklagt, die sudanesische Bürgerkriegsregion drohe in völliger Gesetzlosigkeit zu versinken. Im September und Oktober seien dort wieder mehr Menschen ermordet oder vergewaltigt worden, auch würden weiter Zivilisten aus ihren Dörfern vertrieben - viele von ihnen bereits zum zweiten oder gar dritten Mal, stellte Annan in seinem Monatsbericht an den Weltsicherheitsrat fest. Kämpfe zwischen regimetreuen arabischen Janjaweed-Reitermilizen und Rebellen lösten im Vorjahr in Darfur eine Flüchtlingswelle unvorstellbaren Ausmaßes aus. Nach UNO-Angaben wurden bis zu zwei Millionen Menschen vertrieben.

Kagame und Fischer besprachen nach Angaben Aigners ferner Themen der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (EZA). Ruanda gehört zu den Schwerpunktländern der österreichischen EZA, von denen der Großteil afrikanische Staaten in Ost-, West- und im südlichen Afrika sind. Der ostafrikanische Kleinstaat hat die Größe Niederösterreichs. Wegen des Bürgerkriegs war es Mitte der 90er Jahre zu einer vorübergehenden Einstellung der Projektaktivitäten in Ruanda gekommen, die 1997 wieder aufgenommen wurde.

Die Generalkonferenz der Organisation für Industrielle Entwicklung der Vereinten Nationen (UNIDO) soll heute, Freitag, mit der Wahl des neuen Generaldirektors Kandeh Yumkella aus Sierra Leone zu Ende gehen. Yumkella soll dem Argentinier Carlos Magarinos nachfolgen. Rund 800 Delegierte aus 171 Staaten nahmen an der einwöchigen Konferenz teil. Neben Kagame hatten weitere Staatsoberhäupter aus der Dritten Welt daran teilgenommen, so der Premierminister von Haiti, Gerard Latortue, und sein Amtskollege aus Tansania, Frederick Sumaye. (APA)

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