Texas einsamer Spitzenreiter bei Hinrichtungen

6. Dezember 2005, 07:40
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In den vergangenen 30 Jahren überproportional viele Schwarze getötet

Washington - Nach Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA im Jahr 1976 wurden die Hinrichtungen im Jänner 1977 wieder aufgenommen. Hier die wichtigsten Zahlen und Fakten (nach Angaben des Todesstrafen-Informationszentrums und von Kongress-Statistiken).

38 Bundesstaaten und der Bund setzten die Todesstrafe wieder in Kraft, aber in mehreren wird sie de facto nicht vollstreckt. So gilt in Illinois seit 2000 ein Hinrichtungsmoratorium, und in Kansas sowie New York wurden die jeweiligen Todesstrafengesetze 2004 von Gerichten für verfassungswidrig erklärt. Zumindest im Fall von New York ist es unwahrscheinlich, dass die wieder in Kraft gesetzt werden.

Höhepunkt 1999

Die Zahl der Hinrichtungen nahm von 1977 mit nur einer Exekution jährlich stetig zu und erreichte 1999 mit 98 einen Höhepunkt. Danach ging sie wieder zurück, in den vergangenen vier Jahren stetig. 2004 gab es 59 Hinrichtungen. Spitzenreiter ist Texas mit insgesamt 355 Hinrichtungen gefolgt von Virginia (94) und Oklahoma (79).

In den meisten Staaten wird inzwischen ausschließlich mit der Giftspritze hingerichtet, einige überlassen den Todeskandidaten aber auch die Wahl zwischen verschiedenen Methoden. Nebraska als einziger Staat exekutiert ausschließlich auf dem elektrischen Stuhl.

Überproportional viele Schwarze

Etwa 58 Prozent der Hingerichteten waren Weiße, 34 Prozent Schwarze. Damit wurden gemessen an der Gesamtbevölkerung überproportional viele Schwarze exekutiert: Sie machen rund 13 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Unter den seit 1976 hingerichteten Gefangenen waren elf Frauen.

122 Menschen wurden im Laufe der Jahre aus der Todeszelle entlassen, weil sich ihre Unschuld herausgestellt hatte. Allein 2004 gab es sechs solcher Fälle. (APA/dpa)

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