Veränderungen im Aufsichtsrat vollzogen

8. Dezember 2005, 18:49
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Beim steirischen Energieversorger wird am Freitag in einem Notariatsakt der Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrates besiegelt

Graz - Beim steirischen Energieversorger EStAG wird am Freitag in einem Notariatsakt der Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrates vollzogen. Peter Schachner-Blazizek (SP) folgt auf Johannes Ditz (VP, der mit dem Machtwechsel in der Steiermark von ÖVP zu SPÖ seinen Rücktritt als Aufsichtsratsvorsitzender erklärt hatte.

Der Eigentümervertreter der Steiermark, die 75 Prozent an der EStAG hält, LH Franz Voves (SP), trifft dabei am Nachmittag auf die Vertreter des französischen Minderheitseigentümer EdF, Marc Boudier und Louis de Fouchecour. Voves will dabei ausloten, wie es um eine mögliche Verkaufswilligkeit der Franzosen hinsichtlich ihrer Anteile steht.

Bei der Hauptversammlung der steirischen Energieholding EStAG am Nachmittag wird die Neubesetzung des Aufsichtsrates beschlossen. Die konstituierende Sitzung soll dann am 15. Dezember stattfinden. Der bisherige Aufsichtsrat dürfte bis auf die Belegschaftsvertreter fast vollständig umbesetzt werden. Dem früheren Wirtschaftsminister Johannes Ditz (V) als Chef folgt der frühere SP-LHStv. und Grazer Stadtwerke-Chef Peter Schachner-Blazizek an der Spitze des Aufsichtsrates nach. Die Riege der drei von der SPÖ vorzuschlagenden Mitglieder vervollständigen der frühere Finanzminister Ferdinand Lacina sowie der Advokat Kurt Klein.

EdF-Mitglieder behalten Funktionen

Die steirische Volkspartei entsendet den Leder & Schuh-Vorstand Gottfried Maresch und den Wirtschaftsprüfer Josef Binder ins Kontrollgremium. Die beiden Aufsichtsratsmitglieder der Electricite de France - Marc Boudier und Louis de Fouchecour - behalten ihre Funktionen.

LH Voves wird laut seinem Büro mit Boudier ein kurzes Gespräch führen, wie es um Verkaufsabsichten des Minderheitseigentümers - die EdF hält 25 Prozent plus eine Aktie - steht. Das Land Steiermark hat ein Vorkaufsrecht, Voves hatte zuletzt immer wieder angedeutet, dass entweder das Land oder die EStAG die Anteile zurück kaufen könnte. Die Steiermark selbst steckt aber in einer schwierigen Budgetsituation. Von den beim EStAG-Anteilsverkauf 1998 eingefahrenen rund 407 Mio. Euro ist nicht mehr alles im Unternehmen, da die Holding damit u.a. die Einkaufstour unter Energieversorgern und verschiedene Beteiligungen finanziert hat. Interessiert an den 25 Prozent ist auch die Verbundgesellschaft, an deren Wasser- bzw. Wärmekraftwerkstöchter die EStAG Minderheitsanteile hält. (APA)

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