Offene Office-Formate von Microsoft nur ein PR-Gag?

13. Dezember 2005, 13:37
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Laut Firmensprecher lediglich Zusage auf Patentklagen zu verzichten neu - Weiter Zweifel an rechtlicher Kompatibilität zu Open Source Software

Vor kurzem hat der Computerhersteller Microsoft mit seiner Ankündigung die Dateiformate für das kommende Office 12 unter dem Namen "Office Open XML" weitgehend zu öffnen für einige Aufregung gesorgt. Von einer neuen Lizenz und Standardisierung, die auch für Open Source EntwicklerInnen gut sei, war dabei vollmundig die Rede. Geht es nach einem Bericht von eweek dürfte dahinter allerdings nicht viel mehr als ein PR-Gag stecken.

Unvollständig

Denn offenbar hat Microsoft gar nicht vor seine neuen Dateiformate vollständig zu öffnen, wie auch ein Microsoft-Sprecher bestätigt. So wurde zwar ein Verzicht auf Patentklagen im Zusammenhang mit den Office-Formaten veröffentlicht, doch was von Analysten als Grundstein für die neue Lizenz interpretiert wurde, scheint auch schon der ganze Zauber gewesen zu sein. Laut dem von eweek zitierten Microsoft-Sprecher sei die Verzichtserklärung ident mit dem, was bisher als neue "Lizenz" bezeichnet wurde.

Zweifelhaft

Damit bleiben natürlich die Zweifel von KritikerInnen an den Microsoft-Formaten weitgehend unverändert bestehen, etwa die Frage, ob diese denn überhaupt legal in Open Source-Produkten verwendet werden dürfen. Auch ist die Bezeichnung als offene Formate ist bestenfalls gewagt, eine Modifikation ist nicht möglich, Microsoft behält die alleinige Kontrolle über die Weiterentwicklung. (red)

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