Entschädigungszahlungen für arisiertes Eigentum gestartet

7. Dezember 2005, 14:32
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Zwischen 1939 und 1945 beschlagnahmte der slowakische Staat das Eigentum der Juden in Höhe von 25 Milliarden Kronen

Preßburg - In dieser Woche wurden in der Slowakei die ersten 350 Teilentschädigungen an die Opfer der Arisierung und der Rassenverfolgung ausgezahlt. Darüber informiert heute, Freitag, die Tageszeitung "Pravda". Der von Hitlers Gnaden existierende slowakische Staat (1939-1945) enteignete die Juden, und deren Eigentum wurde an regimetreue Personen verkauft.

Laut Experten arisierte der Staat Eigentum im Ausmaß von vier Milliarden Kronen. Umgerechnet auf heutige Geldmittel handelt es sich ungefähr um 25 Milliarden Slowakische Kronen (660 Mio. Euro). Die Entscheidung über die Teilentschädigung fasste die slowakische Regierung noch im Jahr 2002. In der Slowakischen Nationalbank (NBS) wurde ein Konto mit 850 Millionen Kronen eröffnet. Die Entschädigungen werden aus der Rendite ausgezahlt. Auch ein Drittel des Betrages (283 Millionen Kronen) kann zur Auszahlung der Entschädigungen benutzt werden.

Insgesamt wurden 1140 Anträge auf Entschädigung eingereicht, 400 davon wurden wegen unzulänglicher Dokumentation abgelehnt. Die bisher ausgezahlten Entschädigungen bewegen sich zwischen 36.000 und 1.072.000 Kronen (950 bis 28.289 Euro). Das Institut des Nationalen Gedächtnisses (UPN) soll in diesen Wochen ein Register des arisierten Eigentums veröffentlichen. Das Register wird ungefähr 14.000 Einträge über Personen, die sich an der Arisierung beteiligten, enthalten. Es hätte eigentlich schon im September diesen Jahres veröffentlicht werden sollen. Wegen der Komplikationen bei der Zusammenstellung der Angaben hatte sich die Veröffentlichung aber verspätet. In der ersten Hälfte dieses Jahres veröffentlichte UPN ein Register der Mitarbeiter des kommunistischen Geheimdienstes (STB). (APA)

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